Erlebnis Reisemobil – Sommer 2015


4 Personen – 16 Tage – 6 Länder – 2 Pässe – 2.377 Kilometer

Österreich – Ungarn – Slovenien – Italien – Schweiz – Deutschland

Mondsee – Esztergom – Budapest – Kiskörös – Postojna – Cavallino – Verona – Desenzano – Comer See – St. Moritz – Lindau – Bad Waldsee

Freunde – Strand – Spaß – Familie – Städte – Sehenswertes

Mit dem neuen Carado T334



Freitag, 21.8.2015 | Abholung unseres Reisemobils in Bad Waldsee

Bad Waldsee | Hymer-Zentrum
Deutschland | Bad Waldsee – Hymer-Zentrum

Endlich ist es so weit: Mitte der großen Ferien steht unser Reisemobil zur Abholung im Hymer-Zentrum  Bad Waldsee bereit. Unsere zweite Reise mit einem „fahrbaren Apartment“ kann beginnen. Diesmal ist es ein nagelneuer Carado T 334.

Nicht nur die Kinder (beide 10) freuen sich schon seit Wochen auf diesen Moment. Am liebsten wollen sie ihr neues „zu Hause“ gar nicht mehr verlassen. Alle Funktionen, Schubläden und Staufächer werden genauestens unter die Lupe genommen. Besonders interessant sind natürlich das Hubbett, der Fernseher mit Satellitenempfang und die Toilette… Aber alles der Reihe nach!

Der Carado T334 ist nicht nur riesig, sondern genau unser Wunschmodell. Ein wesentliches Kriterium war für uns das Hubbett. Nicht nur weil man Kinder damit begeistern kann (wer schläft nicht gern oben?), sondern vor allem weil uns dies den täglichen Umbau der Sitzgruppe in eine Schlafgelegenheit ersparen wird. Diesen Zweck erfüllt das Bett hervorragend. Es lässt sich kinderleicht nach unten ziehen und schon ist das Bett schlaffertig. Den Kindern macht es Spaß dort oben zu schlafen; gute Voraussetzungen also für eine friedliche Reise…

Carado T334 innen | Hubbett
Carado T334 innen | Hubbett

Der von links nach rechts durchgehende und sehr geräumige Stauraum im Heck des Fahrzeugs ist von beiden Seiten zugänglich. Campingmöbel, Schlauchboot, Schlafsäcke, Getränke und verschiedenste Mitbringsel für Freunde und Familie bringen wir bequem darin unter.

IMG_2736 Carado T334 außen

Garderobe, Fotoausrüstung und andere Reiseutensilien verstauen wir in den zahlreichen Schränken und Fächern im Wohn- und Schlafbereich. Auch einen Fahrradträger für vier Räder gibt es am Heck des Fahrzeugs. Dieser bringt uns auf die Idee, auch ein Fahrrad mit in den Urlaub zu nehmen, um es in der Verwandtschaft zu verschenken. Später sollte sich herausstellen, dass Fahrräder tatsächlich eine gute Idee sind bei einer Reise mit dem Wohnmobil. Wir konnten leider keine mehr mitnehmen, da unser Multivan keinen Fahrradträger hat und wir die Räder nicht zurück von Bad Waldsee nach München bringen könnten. Aber man lernt nicht aus. Beim nächsten Mal werden wir sie sicher mitnehmen…


Unsere Reiseroute:


Sonntag, 23.8.2015 | München – Salzkammergut

Am Samstag wollen wir los. Allerdings haben wir tagsüber noch viel zu erledigen und so fahren wir erst spät in der Nacht auf Sonntag los. Genug Zeit also um am Samstagvormittag das Fahrzeug an den Strom anzuschließen, den Kühlschrank vorzukühlen und den Wassertank aufzufüllen. Das dauert einige Minuten und deutlich länger als gedacht und lässt auf einen entsprechend großen Vorrat an Frischwasser für Duschen, Abwasch und Toilette schließen.

Da wir praktisch alle Sachen direkt von Schrank zu Schrank verladen, packen wir noch ein paar Taschen und Kisten ein, da wir nach Rückkehr alles Gepäck in den Multivan einladen müssen und dieser über keine Fächer, Schränke etc. verfügt. Auch ein Kühlschrank ist eine feine Sache. Schnell noch leckere Säfte für die Kinder und ein paar Bierchen für die Eltern rein und schon ist alles vorbereitet für die große Reise…

Es geht los. Gegen Mitternacht verlassen wir München in Richtung Salzburg. Es ist wenig Verkehr und die Fahrt entsprechend angenehm. Etwa zwei Stunden wollen wir fahren und dann übernachten. An der Tankstelle vor der Grenze halten wir an um eine Vignette für Österreich (€ 8,70 für 10 Tage) zu kaufen. Etwa 20 Minuten später erreichen wir die Raststation am Mondsee. Vor dem Hotel Landzeit gibt es einen großen und gut beleuchteten Parkplatz. Hier fühlen wir uns sicher und gegen ein paar Stunden Rast wird niemand etwas einzuwenden haben. Campen ist hier laut Beschilderung verboten aber das Abstellen des Fahrzeuges zur „Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit“ gilt bekanntlich ja nicht als campen (solange man keine Markise ausfährt oder Campingmöbel aufstellt).

Autobahnraststätte Landzeit Mondsee
Österreich | Autobahnraststätte Landzeit am Mondsee (früh morgens)

Wir schlafen bis etwa 7 Uhr und genießen noch ein wenig den Ausblick auf den Mondsee und die Berge. Dann das Hubbett von Decken und Kissen befreit und hochgeklappt und weiter geht’s in Richtung Wien. Wenig später bekommen wir Lust auf einen Kaffee und machen noch einmal Halt an der Raststätte Lindach Süd. Das Restaurant gehört zu der italienischen Kette „Autogrill“ und die lecker aussehenden Snacks und ein feiner Kaffee geben uns einen ersten Vorgeschmack auf Italien…

Der Casado T334 vor der Raststätte Lindach Süd
Österreich | Vor der Raststätte Lindach Süd

Frisch gestärkt geht es nun vorbei an Melk und Wien bis zur Ausfahrt Neusiedl am See. Hier gibt es ein viel besuchtes und großes Factory Outlet mit Shops vieler bekannter Marken sowie eine recht günstige Jet Tankstelle (wenige Hundertmeter in Richtung Neusiedl). Diesel ist hier mit 1,063 € / Liter um etwa 30 Cent günstiger als an der nächsten Autobahntankstelle, an der wir auch noch einmal anhalten müssen um eine Vignette für Ungarn zu kaufen (im Kiosk des ÖAMTC hinter der Tankstelle). Anders als in Österreich gibt es für Ungarn keinen Aufkleber für die Windschutzscheibe sondern das Kennzeichen wird an der Kasse elektronisch erfasst. Wichtig ist hier den richtigen Fahrzeugtyp anzugeben, denn für Wohnmobile gilt ein teurerer Tarif! Mit 25 € (10 Tage) ist in Ungarn deutlich mehr zu bezahlen als für PKW oder in Österreich.

Weiter geht es über den Grenzübergang Hegyeshalom nach Ungarn. Dort auf der gut ausgebauten M1 in Richtung Budapest. An der Anschlussstelle Tata / Környe fahren wir ab um Freunde in Tata zu besuchen. Hier gibt es schöne Seen mit der Möglichkeit Boote auszuleihen oder am Ufer spazieren zu gehen.

Montag, 24.8.2015 | von Tata – nach Budapest

Nach dem Frühstück fahren wir weiter über Esztergom nach Budapest. Wir haben Zeit und entscheiden uns für die Landstraße entlang der Donau. Diese erreichen wir über eine kleine Nebenstraße durch die Weinberge. Auf dem Weg liegt das in Ungarn sehr bekannte Weingut Hilltop.

Gegen 12 Uhr erreichen wir Esztergom. Es ist Montag und nur wenig los rund um die Basilika. Direkt vor der Kirche gibt es jede Menge Parkmöglichkeiten (Parkuhr). Wir entscheiden uns für den Parkplatz etwas unterhalb (südlich) der Kirche und parken bequem direkt neben dem Kassenhäuschen (1.000 Forint für den ganzen Tag).

Bevor wir uns die Kirche ansehen wollen wir uns erst einmal stärken. Ein paar Meter den Berg hinunter in Richtung Zentrum gibt es an der nächsten Nebenstraße ein nettes Lokal, das leckere ungarische Gerichte verspricht (Csülök Csárda, Batthyány L. u. 9). Wir lieben die ungarische Küche und ganz besonders Fischsuppe. Auf Wunsch bekommen wir sie ohne „Innereien“…

Zur Freude der Kinder kommen wir nun zum eigentlichen Programm: der Besichtigung der Basilika von Esztergom. Sie ist eines der bedeutendsten Gebäude in Ungarn.

In Esztergom wurde 1000/1001 Ungarns erster König, Stephan der Heilige, gekrönt. Der Bau der heutigen Basilika wurde 1822 begonnen und 1856 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und unter Mitwirkung von Franz Liszt eingeweiht. Liszt schrieb zu diesem Anlass die Esztergomer Messe.

Auf der Rückseite der Kirche hat man einen schönen Blick auf die Donau sowie die hier angrenzende Slowakei.

Über die Treppe an der Südseite erreichen wir den Parkplatz auf dem wir unser Reisemobil abgestellt haben (inzwischen umgeparkt damit die Kinder ja nicht zu viel laufen müssen), die Kasse befindet sich im Hintergrund (ganz rechts im Bild aber nur schwer erkennbar).

Esztergom - Basilika | Parkplatz unterhalb des Kirchberges
Ungarn | Esztergom |Basilika – Parkplatz südlich des Kirchberges

Von Esztergom fahren wir weiter entlang der Donau über die Landstraße nach Budapest. Wir sind verabredet und wollen nicht allzu spät ankommen. An sehenswerten Zielen wie der Burg in Visegrád oder dem malerischen Städtchen Szentendre fahren wir also vorbei. Unser Ziel im Norden Budapests erreichen wir über die M0 und die vor ein paar Jahren (2008) fertig gestellte Megyeri Brücke.

Dienstag, 25. August 2015 | in Budapest

Der Besuch bei Freunden bedeutet einen Ruhetag für unseren T334. Doch geschlafen wird auf Wunsch der Kinder dann doch im Wohnmobil (womit wir uns leider ein wenig Unmut unserer Freunde einhandeln, die dafür nicht viel Verständnis haben…). Ein kleines Dilemma denn wir wollen natürlich nichtunhöflich unseren Freunden gegenüber sein aber die Kinder sollen in den Ferien einfach auch ihren Spaß haben. Und natürlich geht schon gar nicht, die Kinder allein im Wohnmobil schlafen zu lassen…

Mit den Carado T334 bei Freunden in Budapest
Ungarn | Budapest – Mit dem Carado bei Freunden

Ein tolles Feature des Carado T334 ist das neue Türsystem im Mittelteil des Fahrzeugs. Die „WC-Türe“ hat eine Doppelfunktion bekommen. Öffnet man damit den Zugang zum WC-Bereich kann man gleichzeitig den vorderen Teil des Fahrzeugs vom hinteren trennen und hat bequem viel Platz zum Duschen, Waschen und Umziehen. Dies war in früheren Modellen noch anders gelöst und führe dazu, dass man sich entweder im WC-Raum bei entsprechender Enge aufhalten musste oder eben im Innenraum des Fahrzeugs (quasi ohne „Sichtschutz“).


Mittwoch, 26. August 2015 | von Budapest nach Kiskörös

Am Mittwochmorgen müssen unsere Freunde zur Arbeit und wir fahren weiter am rechten Donauufer entlang durch Budapest in Richtung Süden. An ein paar Stellen haben wir die Möglichkeit anzuhalten um einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu fotografieren: Donau, Kettenbrücke, Parlament und das Schloss…

Wenig später verlassen wir Budapest im Süden und fahren ein kurzes Stück auf der M0 nach Szigetszentmiklos um Freunde zu besuchen. Kurz bevor wir unser Ziel erreichen, führt uns das Navi zu einer Eisenbahnunterführung mit einer Durchfahrthöhe von (NUR!) 2,50 Metern.

Bahnunterführung in Szigetszentmiklos (max. Höhe 2,5 Meter)
Ungarn | Szigetszentmiklos – Bahnunterführung mit maximaler Höhe von 2,5 Metern

Hier ist Vorsicht geboten, denn mit dem Multivan sind wir zwar gewohnt auf die Durchfahrthöhe zu achten, doch alles ab 2,00 Meter Höhe ist normalerweise kein Problem. Doch bei einem Wohnmobil ist das natürlich anders: hier ist die Unterführung einfach zu niedrig. Entgegenkommende Autofahrer winken ab und weisen uns an zurück zu stoßen. Der Verkehr hinter uns hat die Situation auch schnell erkannt und die Autos stoßen zurück, so dass auch wir problemlos zurückfahren und wenden können. Ein Herr entschuldigt sich sogar für die „typisch ungarische Unbequemlichkeit“ (die natürlich mit Ungarn nur so viel zu tun hat, als dass sie einem in allen Ländern der Welt begegnen kann…).

Wir drehen um und finden zum Glück nur wenige Hundertmeter weiter einen Bahnübergang, über den wir bequem die Bahnstrecke überqueren und weiter zu unserem Ziel fahren können.

Nach einem weiteren Besuch bei Freunden und einem leckeren Mittagessen fahren wir ein Stück weit zurück in Richtung Budapest bis zur Einfahrt auf die M0, über die wir bequem (bei Èrd) die noch relativ neue und sehr gut ausgebaute Autobahn M6 erreichen und Richtung Süden nach Kiskörös fahren.

Kiskörös

Kiskörös ist eine Kleinstadt im Süden Ungarns etwa 130 Kilometer entfernt von Budapest.  Südlich des Stadtzentrums gibt es eine gepflegte Anlage bestehend aus einem Hotel, Thermalheilbad, Freibad und Campingplatz.

Wir sind zu Gast bei Verwandten und dürfen den Carado im Garten parken. Zum Schwimmbad sind es zu Fuß nur ein paar Minuten…

IMG_1971_150830_Kiskörös

Ein paar Kilometer nord-westlich von Kiskörös liegt der Ort Akasztó und von dort noch ein paar Minuten weiter Richtung Solt gibt es ein schönes Ausflugsziel mit Angelpark und Fischlokal (Halascsarda, Kígyóshíd tanya 6., 6221. Akasztó, Tel.: +36 20 550 5000).

Sonntag, 30. August 2015 | Kiskörös – Postojna (Slowenien)

Es ist sehr heiß und auch für heute sind 35 Grad vorhergesagt aber in den frühen Morgenstunden ist es angenehm kühl und das ist für uns ein guter Grund früh aufzustehen und vor der großen Hitze aufzubrechen. Wir wollen die Grotten von Postojna besichtigen und wenn es die Zeit erlaubt, noch weiterfahren um Abends in Cavallino (bei Venedig) ankommen. Laut Navi sind es etwa fünfeinhalb Stunden bis Postojna und von dort noch einmal gut zweieinhalb bis Cavallino.

Anders als vom Navi vorgeschlagen entscheiden wir uns gegen die Route über Székesfehérvár und fahren auf der Landstraße über Dunaföldvár, Simontornya und Enying Richtung Siófok wo wir auf die Autobahn (M7) Richtung Slowenien fahren. Landstraßen in Ungarn sind oft wenig breit, haben starke Spurrillen und sind wegen des Schwerlastverkehrs nicht unbedingt ein Vergnügen. Aber diese Route kennen wir von früheren Reisen und wissen, dass die Straße meist gut ausgebaut und angenehm zu befahren ist. Auf der Autobahn kommen wir dann dank wenig Verkehr sehr zügig voran. Ab und zu sieht man auf den Plattensee und die Hügel rund um den markanten Vulkanberg Badacsony.

Ungarn | Plattensee bei Balatonszemes mit Blick auf Nordufer
Ungarn | Plattensee bei Balatonszemes mit Blick auf Nordufer (Archivaufnahme)

Einige Kilometer nach Nagykanizsa teilt sich die Autobahn in Richtung Kroatien oder Slowenien. Wir fahren Richtung Slowenien und wollen vor der Grenze noch tanken, finden aber keine Tankstelle mehr. So nutzen wir die erst beste Gelegenheit gleich nach der Grenze in Slowenien. Auch die Vignette für Slovenien (15 Euro für 10 Tage, egal ob PKW oder Wohnmobil) kaufen wir hier und fahren nach kurzer Pause weiter nach Postojna.

Landschaftlich ist die Fahrt durch Slowenien reizvoll. Gegen 15 Uhr erreichen wir den Parkplatz nahe des Eingangs zu den Grotten.

Um die Grotten zu besichtigen, muss man sich einer (mehrsprachigen) Führung anschließen. In der Hauptsaison gibt es diese alle 30 Minuten. Die Führung dauert etwa 90 Minuten. Die Ein- und Ausfahrt in die Grotte erfolgt per Zug. Eine gute Dreiviertelstunde geht man dann zu Fuß durch eine faszinierende Höhlenlandschaft. Es ist gut zu wissen, dass es im Inneren der Grotte nur etwa 10 Grad hat und man (auch bei über 30 Grad Außentemperatur) ausreichend warme Kleidung mitnehmen sollte. Auch auf das Schuhwerk sollte man achten. Der Besuch am späteren Nachmittag hat für uns den Vorteil, dass der ganz große Besucheransturm schon vorüber ist, wir nicht lange auf eine Führung warten müssen und man die schöne großzügige Anlage rund um die Grotten fast schon für sich alleine hat…

Parkplätze für Wohnmobile sind sehr gut ausgeschildert. Laut Stellplatzführer ist es auch möglich im Wohnmobil zu übernachten. Dies hatten wir auch überlegt aber die Aussicht noch am selben Abend in Cavallino zu sein war dann doch überzeugender als eine Nacht auf dem Stellplatz…

Postojna – Cavallino (Italien)

Noch knapp 3 Stunden Fahrt liegen vor uns, bis wir den Union Lido, unseren Lieblingscampingplatz in Cavallino, erreichen. Kurz vor dem Grenzübergang nach Italien tanken wir noch einmal auf denn der Diesel ist in Slowenien deutlich günstiger als in Italien (1,152 / Liter). Interessanterweise zahlt man in Slowenien offenbar an den Autobahntankstellen kaum mehr als außerhalb der Autobahn.

Gegen 21 Uhr erreichen wir den Campingplatz der zu unserer Überraschung sehr voll ist und wir doch einige Mühe haben, einen Stellplatz zu finden. Das Wohnmobil haben wir schnell eingeparkt und das nötigste (Stühle, Tisch, Teppich…) ausgeräumt. Den Rest des Abends genießen wir auf der Terrasse eines Lokals…

Die Tage am Strand vergehen schnell. Endlich wieder ein Urlaub in Italien in dem jeden Tag die Sonne scheint und es wunderbar warm ist. Die letzten Male war dies nicht immer so – da haben wir viel Zeit am beheizten Pool verbracht. Der Union Lido ist für uns der perfekte Camping Platz. Die Kinder kennen sich inzwischen bestens aus, die Duschen haben immer heißes Wasser und sind (wie die Toiletten) in einem sehr gepflegten Zustand. Auch der Strand sowie die Poolanlagen sind sehr gepflegt und wurden in den letzten Jahren immer wieder um die eine oder andere Attraktion erweitert. Zuletzt um zwei große Wasserrutschen (an der sogar die Eltern Freude haben)…

Freitag, 4. September 2015 | Cavallino – Verona

Am Freitag entschließen wir uns aufzubrechen und über Verona an den Gardasee zu fahren. Kurz vor der Mittagsruhe verlassen den Campingplatz und fahren nach Verona.

Die Erfahrungen im letzten Jahr stimmen uns optimistisch was die Parkplatzsuche angeht. In Florenz, Pisa und Siena hatten wir immer schnell einen gut gelegen Parkplatz gefunden und uns sicher gefühlt. In Verona taten wir uns unerwartet schwer. Auf einem Parkplatz nahe der Stadtmauer machte sich eine nicht sehr Vertrauen erweckende Person als „Parkassistent“ bemerkbar. Wir haben uns entschlossen diese Dienste nicht in Anspruch zu nehmen und eine andere Parkmöglichkeit direkt an einer viel befahrenen Straße unweit der „Fußgängerzone“ gefunden.

Italien | Verona | Parkplatz
Italien | Verona | Parkplatz

Auf dem Markt an der Piazza delle Erbe kaufen wir noch frisches Obst und machen uns wieder auf den Weg zu unserem Reisemobil…

Verona – Desenzano

Zwei Nächte haben wir noch zur Verfügung. Wir entschließen uns diese Zeit am Gardasee zu bleiben und fahren nach Desenzano. Die gewählte Route über die Landstraße war nicht die beste Entscheidung: im Grunde sind die Übergänge von Ortschaft zu Ortschaft fließend und man kommt praktisch in der ganzen Region südlich des Gardasees nur sehr langsam voran. Desenzano erreichen wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit und die Camping Plätze sind sehr schlecht (sprich gar nicht) ausgeschildert. Außerdem liegen sie nicht immer in der Ortschaft auf die die Adresse schließen lässt.

Wer sich für den Campingplatz San Francesco (Strada Vicinale San Francesco in 25015 Desenzano) entscheidet findet diesen etwas östlich des kleinen Ortes Rivoltella. Auch das Navi tat sich schwer mit der Adresse (Straße gar nicht vorhanden…). Gut dass wir „nur“ ein Wohnmobil haben und kein Gespann mit Wohnwagen…

Nach längerer Fahrt, Stadtbesichtigung und Einbruch der Dunkelheit ist es anstrengend einen Campingplatz zu suchen. Besser wäre gewesen die Autobahn zu nehmen und noch bei Tageslicht anzukommen. Beim nächsten Mal wissen wir es.


Der Carado T334 (und natürlich nicht nur dieses Modell) hat noch einige mehr Möglichkeiten als wir genutzt haben: Kochen, Heizung, Stromversorgung durch Gas…

Wie das funktioniert und noch weitere Tipps rund um die Nutzung eines Reisemobils zeigt Carado in hilfreichen Kurzfilmen


Sonntag, 6. September 2015 | Desenzano – Como – St. Moritz – Chur – Lindau

Nach einem Tag Erholung auf dem Campingplatz geht unser Urlaub langsam aber sicher zu Ende. Wir entscheiden uns für die Route über Como – St. Moritz – Julierpass – Lindau. Eine Tour, die landschaftlich sehr reizvoll ist und für die man sich deutlich mehr Zeit nehmen sollte. Die Strecke führt viele Kilometer lang über zum Teil schmalste Straßen und ist anstrengend zu fahren. Landschaft und Architektur rund um den Comer See sind malerisch schön aber es gibt vor allem im südlichen Teil so gut wie keine Möglichkeit anzuhalten, auszusteigen und den Anblick zu genießen.

Erst weiter nördlich gibt es Parkbuchten oder auch Campingplätze die zu einer Rast oder sogar der einen oder anderen Übernachtung einladen, zum Beispiel in Domaso. Wir müssen am Montagvormittag zurück in Bad Waldsee sein und wollen die Pässe nicht erst in der Früh fahren. Also bleibt uns keine Möglichkeit am See zu übernachten und seine Schönheit länger zu genießen…

Benzin und Diesel sind in Italien nicht gerade günstig und die Preise variieren von Tankstelle zu Tankstelle oft deutlich (und natürlich auf Autobahnen). Wir stellen fest, dass Diesel zwischen dem Süden des Sees bis etwa nach Menaggio von Tankstelle zu Tankstelle um einige Cent teuer wird wird und sich am Ende um die 1,50 Euro bewegt. Weiter im Norden, etwa um die Ortschaft Dingo oder Gravedona wird es dann wieder deutlich günstiger. Hier tanken wir für 1,37 Euro…

Wir fahren weiter bis nach Chiavenna nördlich des Comer Sees und erreichen wenige Kilometer später die Schweizer Grenze. Kein Verkehr, keine Wartezeit. An der nächsten Tankstelle kaufen wir die „Mutter aller Vignetten“ (für stolze 40 Schweizer Franken) und fahren über den Malojapass Richtung St. Moritz. Die Straßen in der Schweiz sind deutlich besser ausgebaut als noch vor der Grenze was die Fahrt plötzlich deutlich angenehmer und erholsamer macht. Der Malojapass ist recht gut zu fahren hat aber zahlreiche enge Kehren…

Nach einem kurzen Abstecher nach St. Moritz fahren wir zurück nach Silvaplana und biegen ab auf die Straße hinauf zum Julierpass. Die Straße hier ist ebenfalls sehr gut ausgebaut und hat kaum enge Kehren. Das macht den Pass einfach und angenehm zu fahren. Selbst vom Beifahrersitz kommen keine Klagen (klare Abneigung gegen Serpentinen). Auf der Passhöhe (2.284 m. ü. M.) ist es wolkig bei nur noch 3 Grad. Keine guten Voraussetzungen für allzu viele oder spektakuläre Fotos…

Zurück im Tal erreichen wir über Schnellstraße und Autobahn Chur und später den Grenzübergang bei St. Margrethen (Nähe Bregenz). Das Naiv weist uns einen anderen Weg aber wir wollen keine weitere Vignette für ein paar wenige Kilometer in Österreich kaufen und zeitlich macht es für uns kaum einen Unterschied. Zumal wie in Österreichs auch noch einmal volltanken müssen (1,09 Euro / Liter). Zur Übernachtung finden wir den gut ausgeschilderten und großzügigen Stellplatz Blauwiese (P1) in Lindau. Hier gibt es zahlreiche Plätze für Wohnmobile und wir fühlen uns sicher. Außerdem bietet der Stellplatz bequeme Möglichkeiten der Altwasser- und WC Entsorgung.

Montag, 7. September 2015 | Lindau – Bad Waldsee

Die letzte Etappe liegt vor uns. Ein Stück über die Autobahn bis Wangen und von dort zum Teil sehr enge Landstraßen über Kißlegg und Wolfegg  erreichen wir unser Ziel Bad Waldsee.

Es ist erst 10 Uhr, wir habe noch nicht gefrühstückt und müssen uns mit der Rückgabe nicht all zu sehr beeilen. So entscheiden wir uns zu einem Frühstück in einer netten Bäckerei in der Altstadt. Eine gute Wahl. Nur der Kaffee erreicht leider nicht mehr ganz italienische Verhältnisse…

IMG_2706 Carado T334 u Multivan

Das Ausräumen des (eigentlich gar nicht so üppigen) Gepäcks aus dem Wohnmobil und das Verstauen in dem doch wesentlich kleineren Multivan erfordert noch etwas Arbeit (die stark an einen Umzug erinnert). Aber auch das ist bald geschafft. Kurz noch den Sand herausgekehrt und die Rückgabe erfolgt freundlich, schnell und unkompliziert.

Ein gelungener Abschluss… Nach getaner Umzugsarbeit plagt uns der Hunger und wir entscheiden uns für ein gemütliches Mittagessen im Ort. Nicht ganz einfach an einem Montag Mittag ein geöffnetes Lokal zu finden aber am Ende haben wir Glück: auch in der kleinen Karte des Restaurants Bella Casa finden wir leckere (natürlich italienische) Gerichte und genießen die Stimmung direkt am See…

Mit der Rückfahrt und ein paar vollen Trommeln Waschmaschine geht unsere Reise (leider!) zu Ende. Was bleibt sind viele Erinnerungen an tolle Erlebnisse und eine weitere angenehme Fahrt mit dem Wohnmobil…

Freundliche Unterstützung dieses Beitrags:

Ganz herzlich bedanken wir uns für die freundliche und unkomplizierte Unterstützung durch den Hersteller Carado ohne die dieser Beitrag nicht hätte entstehen können.

Technische Daten des T334:

Typ Teilintegriert | Länge 699 cm | Breite 233 cm | Höhe 291 cm | Gewicht 2.795 kg | Zuladung 700 kg | Gesamt 3.495 kg

Reisedetails:

Gefahrene Strecke 2.377 km | Fahrzeit 40,5h | Durchschnittsverbrauch 10,5 l | Durchschnittsgeschwindigkeit 58 km/h | Gesamtfahrleistung des Fahrzeugs 3.480 km | Durchschnittsgeschwindigkeit 56 km/h | Durchschnittsverbrauch 10,0 l

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