Wochenendausflug mit dem Wohnmobil – Schwangau

Lohnen sich Kurzausflüge mit dem Wohnmobil? Überwiegt der Aufwand für Planen, Vorbereiten und Packen oder der Spaß an der Sache? Auf diese Fragen wollen wir Antworten finden und machen uns wieder auf den Weg – diesmal geht es in Richtung Füssen…

Die Wettervorhersage könnte für unser Vorhaben kaum schlechter sein: Regen, Wolken, Schnee. Und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ein wenig skeptisch sind wir schon, als wir am Freitagnachmittag bei knapp 20 Grad in München losfahren. Zur Sicherheit werfe ich noch schnell die Thermohose und ein warmes Funktionsshirt ins Kleiderfach und dann geht’s auch schon los… An dieser Stelle auch schon mal ein herzlicher Dank  an unseren Sponsor, die Firma Dethleffs, ohne die dieser Beitrag nicht möglich wäre!

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Unser Ziel ist der Bannwaldsee in Schwangau bei Füssen. Auf diesen Platz sind wir im ADAC Stellplatzführer aufmerksam geworden. Genau gesagt, auf den Wohnmobilpark mit fünf Sternen. Das verspricht schonmal einen guten Service. Den Campingplatz selbst haben wir uns im Internet angesehen. Der Webauftritt kommt überzeugend daher und so haben wir uns kurzerhand entschieden das Wochenende dort zu verbringen.

Wir hoffen den Bannwaldsee so früh am Abend zu erreichen, dass wir dort noch ein paar letzte Sonnenstrahlen abgekommen. Über die Garmischer Autobahn fahren wir Richtung Seeshaupt. Kurz nach der Anschlussstelle Schäftlarn rufen die Kinder nach einer Pause (Hunger!). So halten wir in Höhenrain an und machen Brotzeit (die Sonnenstrahlen am See schreibe ich damit erstmal ab aber wenigstens gibt es an der Raststätte einen guten Cappuccino).

Weiter geht’s über Seeshaupt, Weilheim, Steingaden zum Campingplatz Bannwaldsee. Der Dethleffs (Modell Trend) lässt sich sehr leicht und angenehm fahren. So ist schon die Hinfahrt Teil der Erholung.

Nach gut 2 Stunden Fahrt kommen wir an. Der Check-in geht schnell und einen Stellplatz können wir uns frei aussuchen. Wir entscheiden uns für einen Platz nahe dem Hauptgebäude um bei den erwarteten Frosttemperaturen nicht allzu weit zur Dusche laufen zu müssen.

Erster guter Eindruck – die Waschräume im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sind angenehme warm beheizt. Apropos Heizung…

In den Tagen als das Wohnmobil zu Hause vor der Haustür stand haben wir vergessen, den Kühlschrank auszuschalten. Das Fahrzeug hat einen angenehmen Komfort: es schaltet die Stromversorgung automatisch um auf Gasbetrieb, sobald das Fahrzeug nicht an eine Stromversorgung angeschlossen ist. Das birgt natürlich die Gefahr, dass das Gas bei der nächsten Fahrt dann leer ist. Eine Anzeige, wie viel Gas noch in den Flaschen ist, haben wir leider nicht.

Exkurs Technik: Die Gasheizung 

Für die Nacht sind kalte Temperaturen vorhergesagt. Also wollen wir nach der Ankunft erstmal die Heizung einschalten. Da der Kühlschrank auch während der Fahrt nicht kühlt, habe ich die Befürchtung, dass tatsächlich das Gas ausgegangen ist. Leider fehl uns die Erfahrung, am Gewicht der Flaschen den Füllstand zu erkennen. Herr Helmer, Inhaber des Campingplatzes, hilft uns bei der Einschätzung, wie voll die Flaschen noch sind: eine ist ganz voll, die andere etwa halb. Neue Gasflaschen brauchen wir also schonmal nicht. Gut, denn damit sparen wir pro Füllung rund 20 Euro aber die Fragen nach Ursache und Lösung sind natürlich noch offen…

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So ziehen wir das Bordbuch zu Rate. Ein umfangreiches, gut bebildertes Werk in dem die Lösung sicher schnell zu finden sein wird. Leider ist es nicht ganz so einfach. Das Bordbuch scheint von Technikern für Techniker geschrieben und ist (zumindest für mich) nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Hilfreich ist dann der Blick in das etwas kleinere Heft der Drumaheizung. Diesem entnehmen wir, dass neunmaliges Blinken der gelben LED an der Regelung im Innenraum bedeutet, dass kein Gas ankommt. Also nochmal raus und die Flaschen auf- und zu gedreht. Auch das Crash-Ventil drücken wir wie beschrieben. Leider ändert sich am blinken der LED nichts… Irgendwann kommen wir schließlich auf die Idee, den Drehregler der Heizung noch einmal auf 0 zu drehen und nach ein paar Sekunden  wieder auf die gewünschte Position (Heizung und Heißwasser) zu stellen. Und so funktioniert es dann auch: die Heizung fängt an zu surren und die Lampe hört auf zu blinken.Und ein paar Minuten später wird es auch schon merklich warm…

Zum Thema Technik, Handbuch und Kurzurlaub kann ich nur sagen: ein wenig Kenntnisse oder Zeitinvestition sind durchaus hilfreich um die wichtigsten Funktionen von Gas- und auch der Wasserversorgung zu verstehen bzw. im Fall des Falles zu wissen, wo man hinlangen muss. Toll wäre hier ein Handbuch mit den „Top-Ten“ der häufigsten  Fehlerursachen und deren Abhilfe. Oft sind es ja keine wirklichen Defekte, die einem das Leben schwer machen, sondern eben die eigene Unkenntnis über die einzelnen Geräte und deren Funktionen…

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Die letzten Sonnenstrahlen! Die gab es ja auch noch und für ein, zwei Fotos hat es auch noch gereicht. Die will ich nicht vorenthalten denn es waren die letzten an diesem Wochenende.

Samstag in Füssen

Ich merke einen gewissen Nachholbedarf in Sachen Kurzurlaube. Mit kleinen Kindern macht man das anscheinend nicht mehr so oft wie früher und weil die Kinder nun nicht mehr ganz so klein sind, beglücken wir sie doch mit den Schönheiten unserer Region. Davon gibt es jede Menge und ich stelle fest, dass ich noch längst nicht alle gesehen habe.

Dazu gehört sicher auch Füssen. Immerhin eine der ältesten Städte Deutschlands. Und in den letzten Jahren wurden praktisch alle kleineren Städte aufwändig restauriert und rausgeputzt. Die Altstadt Füssens ist jedenfalls ein tolles Ausflugsziel. Viele kleine Geschäfte rund um eine verkehrsberuhigte bzw. Fußgängerzone. Und dank weniger Menschen keinerlei Gedränge. Eine schlechte Wetterprognose und starke Bewölkung haben also auch durchaus Ihre Vorteile!

 

Will man elfjährige Jungs bei Laune halten, stellt man am besten die Existenz bestimmter Sportschuhgeschäften (am besten die bekannter Ketten) in Aussicht. Könnte ja auch wirklich sein, dass sich eine Filiale einer der besagten Ketten auch nach Füssen verirrt hat. Ist aber nicht so. Das erfahren wir von Bobo, dem Mitinhaber des Ruby Soho Ladens in der Reichenstraße 6. Hier erfahren wir über Schuhe, was wir anderswo vielleicht nicht erfahren hätten.

Einige der hippen Modelle wurden tatsächlich von Skatern entworfen. Und darüber gibt es sogar Bücher. Na ja, vielleicht bin ich einfach nur zu alt und für die Skater ist es ganz selbstverständlich, dass das Design eben von Skatern entworfen wird und es darüber Bücher gibt. Aber für mich war das neu und ein Stück weit erstaunlich. Jedenfalls haben wir aus erster Hand erfahren, dass es auch durchaus lohnenswerte (coole) „Deals“ unterhalb der 200 oder 130 Euromarke gibt. Und cool ist übrigens nicht der, der in eine der oben (nicht genau) genannten Ketten rennt uns sich den Schuh des besten Freundes holt! Cool ist viel mehr der, der auch die Geschichte dahinter kennt! Was ist an dem Schuh besonderes, wer hat ihn wie und warum entworfen. Denn offenbar hat mancher Schuh durchaus seine Geschichte. Gefällt mir!

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Ach ja, ich bin ja nicht allein mit meinem Sohn. Aber wir sind hängen geblieben im Skatershop. Frau und Tochter haben wir ein wenig aus den Augen verloren aber auch das ist ein gutes Zeichen: auch für die Damen hat Füssen nette Läden zu bieten.

Normalerweise bin ich ja nicht der Typ für lange Aufenthalte in Läden. Aber dieser Laden hat einfach was… Und das entdeckte ich kurz vor Verlassen in einem kleinen Regal: eine alte Braun Nizzo. Die Kamera mit der ich vor gut 30 Jahren das Filmen angefangen habe… Damals in Tunesien, etwa Anfang der 80er. Als ein Filmclub aus Bad Reichenhall in Hammamet einen Film „ein Bayer in Tunesien“ drehte und ich mir alle Details erfragte.  Aber das ist eine andere Geschichte…

Jedenfalls fühle ich mich in meiner Grundannahme bestätigt, dass man nicht alles was man braucht (oder auch nicht braucht) im Internet kaufen muss. Denn wenn es diese kleinen Läden mal nicht mehr gibt, gibt es vielleicht auch die kleinen Geschichten drumherum nicht mehr…

Nach einem Rundgang durch die Altstadt trinken wir noch einen Kaffee im Café Lucca (lecker!) und fahren in Richtung Königsschlösser…

Hohenschwangau und Neuschwanstein

Wenn man schon hier ist, muss man sie natürlich gesehen und (nach alter fernöstlicher Tradition) fotografiert haben: die beiden Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Aus verschiedenen Gründen entscheiden wir uns gegen die längere Besichtigungstour – mangelhafte (wetterbedingte) Fotogenität und vorhersehbares NAAAAin aus der zweiten Reihe. Und wenn die vielen Touristen aus Allerherrenländer schon hier sind, müssen wir das Gedränge ja nicht noch künstlich vergrößern. Wir heben uns den Besuch (und die damit einhergehende Diskussion mit der zweiten Reihe) für einen späteren Zeitpunkt auf (was die zweite Reihe bis jetzt aber noch nicht weiß)… Ach ja: Hohenschwangau hat nicht der Kini gebaut; dort hat er nur gewohnt um Neuschwanstein zu bauen.

Auf dem Weg zurück zum Bannwaldsee machen wir noch einen Abstecher zur Talstation der Tegelbergbahn. Von hier haben wir noch einmal einen (bei gutem Wetter schönen) Blick auf Neuschwanstein. Schon märchenhaft wie „unser Kini“ den Ort für dieses Schloss ausgewählt hat.

Eine Fahrt auf den Tegelberg wäre bestimmt auch ein reizvolles Ausflugsziel; gern auch im April aber sicher nicht bei diesem Wetter… Kommt also auch auf die Liste mit den Ausflugszielen zu einem späteren Zeitpunkt…

Wir bekommen langsam Hunger und fahren zurück zum Campingplatz. Hier gibt es ein Lokal mit bayrischer Küche, das uns sehr empfohlen wurde. Also, probieren wir es aus! Wir sind früh dran und die einzigen Gäste doch das ändert sich schnell. Das Lokal ist abends gut besucht, der Kellner sehr freundlich und das Essen tatsächlich sehr gut. Besonders lecker: das Rumpsteak mit Kräuterbutter!

Nach dem Abendessen mache ich noch einen Spaziergang über den Platz. Die Anlage ist ganz schön groß und hat mehrere Zugänge zum See. Im Sommer bestimmt ein toller Ort zum baden. Am südlichen Teil des Platzes werden gerade die Stellplätze renoviert. Ein ganz neues Waschhaus gibt es schon. Uns war der Bereich etwas zu weit weg vom Ort des Geschehens (Haupthaus) und etwas zu leer. Auf der nördlichen Seite des Platzes fühlt man sich auch während der weniger angenehmen Jahreszeit nicht einsam. In diesem Bereich gibt es viele  Dauercamper.

Nach meiner Runde über den Platz (bei windig-feuchtem Wetter) freue ich mich auf ein warmes Wohnmobil. Die Heizung funktioniert seit dem ersten Abend problemlos und die Wärme im Fahrzeug lässt sich einfach regulieren. Besonders toll: der warme Fußboden im Bad am frühen Morgen… Immer wieder angenehme, vor allem wenn es draußen so richtig kalt ist.

Sonntag. Badetag.

Dass der April nicht weiß was er will, ist kein Geheimnis. Doch dass wir in der Früh tatsächlich bei Schneefall und mit Schnee auf den Dächern aufwachen, hätte ich (trotz  Vorhersage) nicht gedacht. Doch der Blick aus dem Fenster lügt nicht…

Da wir keine Kaffeemaschine im Fahrzeug (aber auf unserer Wunschliste für’s nächste Mal genommen) haben und nicht lange auf einen Kaffee warten wollen, brechen wir bald nach dem Aufstehen auf. Das Wohnmobil ist schnell fahrbereit.  Stromkabel vom Verteiler trennen, aufrollen und zurück in den Stauraum im Heck. Anschließend zur Kasse bezahlen (geht schnell) und dann geht’s erstmal zur nahegelegenen Tankstelle auf einen Cappuccino (deutlich weniger spektakulär als die Schlösser in der Nähe; um es mal so zu formulieren)…

Nach kurzer Recherche im Internet und ein paar Empfehlungen zu Erlebnisbädern und er Nähe entscheiden wir uns für einen Ausflug in die Alpentherme Ehrenberg in Reutte / Tirol. Das sind etwa 20 Kilometer (plus Umweg weil bei Füssen die Straße Richtung Reutte wegen Bauarbeiten gesperrt ist) und Bobo (der nette Typ vom Ruby Soho) hat sie uns auch empfohlen. Und der kennt sich aus!

Wir parken auf dem großen Parkplatz vor der Alpentherme Ehrenberg und stärken uns ein wenig für die anstehenden „Strapazen“ (Rutschen mit dem Alpenbob). Das Schwimmbad erscheint sehr neu, modern und kinderfreundlich. Es gibt einen großen Kinderbereich für die ganz Kleinen und viele Liegen rund um das zentrale Schwimmerbecken für die Eltern. Für die älteren Kinder (also uns) gibt es eine 120m lange Reifenrutsche, den Alpenbob mit Schwierigkeitsgrad „einfach“ sowie einen Strömungskanal. Beides macht jede Menge Spaß – nur für 11 jährige Jungs könnte alles natürlich noch schneller, noch steiler, noch länger etc. sein… Zum Aufwärmen und Ausruhen gibt es im Außenbereich ein angenehm salziges Warmbad mit Sprudeldüsen.

Nach dem Baden knurrt (schon wieder) der Magen. Auf dem Weg zurück nach Füssen halten wir noch einmal an und lassen uns von unserer Lieblingsköchin verwöhnen. Nachdem wir das Geschirr für die Fahrt verstaut haben, machen wir uns auf den Weg zurück nach München…

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Fazit:

Ein Wochenende im Wohnmobil kann auch bei schlechtem Wetter Spaß machen. Das wissen wir seit einer Woche und auch bei noch schlechterem Wetter macht es immer noch Spaß. Ich frage mich, ob ich hier zu sehr zum Zweckoptimismus neige aber würde das verneinen. Wenn man die Grundausstattung (Geschirr, Besteck, Gläser, Töpfe usw.) schon im Fahrzeug hat und nur ein paar Klamotten, Schulbücher (für die Fahrgäste in Reihe zwei) und Badesachen einpacken muss, hält sich der Aufwand doch in Grenzen. Immerhin muss man am Zielort ja kein Gepäck aufs Zimmer und zwei Tage später wieder ins Auto tragen.

Einen guten Ansatz finde ich, das Gute in der Nähe zu suchen und nicht immer allzu weite Strecken zu fahren. Auch wenn das Fahren selbst durchaus erholsam ist. Am Ende geht es (zumindest uns) in erster Linie darum etwas zusammen mit der Familie zu erleben. Und je kürzer die Fahrt, desto mehr Zeit bleibt für Spiele, Spaziergänge und Besichtigungen aller Art.

Nach zwei Wochenenden mit dem Wohnmobil kann ich nur sagen: Gefällt mir sehr!

Danke:

Wir danken der Firma Dethleffs für die freundliche Bereitstellung des Reisemobils, ohne die dieser Beitrag nicht möglich wäre. Außerdem bedanken wir uns beim Campingplatz Bannwaldsee sowie der Alpentherme Ehrenberg für die freundliche Unterstützung.

Links:

Hompage Campingplatz Bannwaldsee

Homepage Alpentherme Ehrenberg in Reutte (Österreich)

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