Bergfilmfestival Tegernsee 2016

Der Erfolg des Scheiterns. So titelt die Pressemitteilung zum Abschluss des 14. internationalen Bergfilmfestivals Tegernsee. Drei von insgesamt neun preisgekrönten Filmen thematisieren das (sogenannte) Scheitern am Berg.


Drei Filme – viele Schicksale. Eine junge Frau, die ihre Familie in einem Dorf in Nepal verlässt um in Kathmandu Geld zu verdienen und von dort nicht lebend in ihr Dorf zurück kehrt („Drawing the Tiger“ von Amy Benson, Scott Squire)… 13 Menschen verloren 1986 ihr Leben am K2, dem zweithöchsten Berg der Welt. Darunter auch Mütter und Väter. 30 Jahre später geht die Filmautorin Eliza Kubarska an den Fuß dieses Berges.

Mit den inzwischen erwachsenen Kindern der verunglückten Mütter und Väter … „Verso l’ignoto“ erzählt die Geschichte eines Bergsteigers der kurz vor Erreichen des Gipfels umdreht um das Leben seines Gefährten nicht aufs Spiel zu setzen. 300 Meter unterhalb des Gipfels von 8.611 Metern…

Diese Filme wurden (neben anderen) prämiert auf der Abschlussfeier im Barocksaal des Gymnasium Tegernsee. Insgesamt wurden 175 Produktionen aus 32 Ländern eingereicht. 86 Filme schafften den Sprung auf die Leinwand und wurden von etwa 5.000 Zuschauern gesehen.

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Bergfilm Festival Tegernsee 2016 – Abschlussfeier (Foto: Hanns Gröner)

Begonnen hat das Bergfilmfestival bereits am Mittwoch am selben Ort. Ehrengast des Abends war die Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und Stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner: „Wenn es wirklich einen schönen Termin gibt, dann ist es heute“.

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Ilse Aigner auf der Eröffnungsfeier des 14. Bergfilm Festivals Tegernsee (Foto: Hanns Gröner)

Als begeisterte Bergsteigerin konnte sich die Ministerin das Festival nicht entgehen lassen, denn die Filme, die vom 19. – 23. Oktober 2016 in Tegernsee gezeigt werden, lassen das Kletterer Herz höher schlagen. Man kann, wie Michael Pause, der Leiter des Bergfilm-Festivals so schön sagte, „Momente erleben, die man auch schon erlebt hat“.

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Schirmherr Dr. Heiner Geißler und Festival-Direktor Michael Pause am Abschlussabend des 14. Bergfilm-Festival Tegernsee 2016 (Foto: Hanns Gröner)

 

Und man kann Momente erleben, von denen man sich fragen mag, ob man sie denn selbst jemals erleben möchte. Der auf der Eröffnungsfeier gezeigte Film „A line across the sky“ erzählt von zwei Kletterern, denen die Fitz-Roy-Traverse (Patagonien) alles abverlangt. Geschunden aber glücklich erreichen Sie ihr Ziel. Am Ende gibt der junge Vater unter den beiden seinem kleinen Sohn noch eine Botschaft mit auf den Weg. Sie handelt vom manchmal schmalen Grad zwischen Egoismus und dem Verfolgen eigener Träume…

Das Bergfilmfestival – oder besser gesagt der Bergfilm – hat Tiefgang. Zumindest in Filmen, die nicht nur auf der „Immer-Höher-Schneller-Besser-Klaviatur“ spielen und gänzlich ohne künstlich-emotionale Musikteppiche und Drohnenbilder auskommen. Was hier zählt ist die Story. Glückwunsch an die Macher!

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Bergfilmfestival Tegernsee 2016 (Foto: Hanns Gröner)

Weitere Informationen zum Bergfilmfestival Tegernsee:

www.bergfilm-festival-tegernsee.de

Weitere Bergfilmfestivals:

www.filmfestivals-bayern.de

www.banffmountainfilm.de

www.trentofestival.it

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