Hochzeitsvideo: häufig gestellte Fragen

Seit über 10 Jahren befasse ich mich intensiv mit dem Thema Videokommunikation und Videoproduktion. In weit über 100 Projekten für viele Groß- und mittelständische Unternehmen, Vereine, Organisationen oder auch Privatpersonen habe ich Erfahrungen gesammelt in Planung, Konzeption, Dreh, Schnitt und Distribution von Videofilmen. In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen rund um das Thema „Festhalten und Bewahren von Erinnerungen und Emotionen“ weitergeben. Vor allem um Brautpaaren ein paar Tipps und Gedanken an die Hand zu geben, die vielleicht die eine oder andere Entscheidung erleichtern oder in eine richtige Richtung lenken mögen…

…denn: die meisten Entscheidungen rund um die Hochzeit haben eines gemeinsam: man hat nur EINE Chance.

Fotograf oder Videograf?

Die Antwort kann nur lauten: beides! Kein Brautpaar wird auf professionelle Paarfotos verzichten wollen. Viele möchten außerdem, dass der ganze Tag durch einen Fotografen begleitet wird. Eine oft von Brautpaaren zitierte Tatsache ist aber: der Film wird um ein vielfaches öfter angesehen und meist viel mehr geschätzt als Fotos alleine! Dieser Effekt kann natürlich nur beobachtet werden, wo es neben den Fotos auch einen professionellen Film gibt. Eine weitere Voraussetzung dafür ist, dass der Film gut gemacht ist. Eine kleine Hochzeit im engsten Kreis „verträgt“ vermutlich keinen Filmemacher – hier sollte aber überlegt werden, ob die Trauungszeremonie in Wort und Bild festgehalten nicht eine schöne Erinnerung wäre. Fotos sind (natürlich sehr schöne) Momentaufnahmen, können das gesagte und erlebte aber nicht so reproduzieren wie ein Video. Wo es tatsächlich eine Budgetfrage ist, kann man erwägen, den Fotografen nur zur Kirche und für ein anschließendes Fotoshooting zu buchen und die Hochzeit selbst durch einen Videografen begleiten zu lassen. Dann hat man beides – hochwertige Bilder die jeder erwarten wird und jederzeit die Möglichkeit „seinen Tag“ immer wieder aufs Neue zu erleben und zu genießen.

Was kostet ein Hochzeitsvideo?

Wie so oft gibt es auch in diesem Bereich große Unterschiede. Professionelle Angebote können zwischen 500 Euro und 3.000 Euro liegen. Natürlich sind persönlichen Sonderwünschen – und damit auch dem Preis – nach oben keine Grenzen gesetzt.

Wieso ist die Preisspanne so groß? 

Das Produkt „Hochzeitsfilm“ ist sehr individuell und daher gibt es keine klaren Bewertungsmaßstäbe für qualitative Unterschiede. Es mag Filmemacher geben, die mit niedrigen Kosten arbeiten oder sich mit günstigem Preis Zugang zu einem neuen Markt verschaffen wollen. In solchen Fällen mag es schöne Filme für wenig Geld geben. Fraglich natürlich, ob neben viel Ambition auch genug Erfahrung und Know-how mitgebracht wird. Eine andere Frage ist die Komplexität des Schnittes. Ein längerer Film, der liebevoll komponiert und geschnitten ist, verlangt 20 – 50 Stunden Schnittarbeit. Ein ebenso langer Film, der nur die Trauung wieder gibt, die mit einer Kamera von fester Position aus mitgeschnitten wurde, kann (oder muss) dagegen gänzlich ohne Schnitt auskommen und folglich deutlich günstiger angeboten werden. Der Vergleich von Preisen führt also schnell in die Irre. Entscheidend ist zunächst die eigenen Ansprüche zu definieren und dann verschiedene Anbieter und deren Angebot zu vergleichen.

Für welche Art Film soll ich mich entscheiden?

Das ist natürlich eine sehr schwere Frage, da es im Grunde alleine auf den Geschmack des Brautpaares ankommt. Und selbst da kann es ja zwischen Braut und Bräutigam Unterschiede geben. Aber versuchen wir es und gehen dabei von einer „Traumhochzeit“ aus – also einer Trauung in der Kirche mit vielen Gästen und allem Drum und Dran…

Es gibt sehr schön und modern gemachte Filme mit einer Länge von etwa 15 – 30 Minuten. Tolle Bilder, scharfes Hauptmotiv und verschwimmender Hintergrund. Die Kamera ist viel in Bewegung, der Film zeigt die Höhepunkte und das Drumherum. Sieht tatsächlich aus wie eine Hochzeit im Kino. Längere Sequenzen, z. B. von aus filmischer Sicht weniger attraktiv erscheinenden Elementen, wie Zeremonie, Tanz oder Reden, werden eher kurz und weniger „vollständig“ abgebildet sein. Man sollte sich dies zuvor aber bewusst ansehen und entscheiden ob einem hier nicht eventuell zu viel an Erinnerung fehlen wird.

Oft wird eine Kombination gewünscht aus Kurz- und Langversion. Der kurze Highlightfilm zeigt dabei in 3 – 5 Minuten die absoluten Höhepunkte des Tages, konzentriert auf das Brautpaar. Der Hauptfilm kann gut eine Stunde lang sein und erzählt munter, aber auch ausführlicher, die Geschichte des Tages. Gute Aufnahmen – am besten mit zwei Kameraleuten in der Kirche – bieten Material für ähnlich tolles Kinofeeling wie im obigen Beispiel. Aber hier kommt es den Brautleuten meist auch darauf an, einzelne Sequenzen etwas ausführlicher festzuhalten was dann die Kamera aber natürlich länger an das Geschehen bindet als bei den sehr modernen, künstlerlischen Formaten.

Wer tatsächlich nur Wert auf Dokumentation legt und weniger Geld investieren möchte, dem kann auch die professionelle Aufzeichnung der Zeremonie ohne großen Schnitt den richtigen Dienst erweisen.

Welche Technik kommt zum Einsatz?

Ein Hochzeitsfilm sollte heute ausschließlich im Full HD Format (1920 x 1080) gedreht werden. Auch der Schnitt erfolgt in Full HD. Der fertige Film kann dann, je nach Bedarf, als DVD, Bluray sowie in verschiedenen Formaten für Tablet oder Smartphone bereitgestellt werden. Die Produktion im hochauflösenden Format bietet eine deutlich längere Zukunftssicherheit als das inzwischen veraltete Standard Format (SD).

Gedreht wird mit Kameras mittlerer Größenordnung. Die so genannten „Henkelmänner“ stammen aus dem professionellen Segment, liefern ebenso professionelle Ergebnisse tragen aber weniger dick auf. Denn: auf einer Hochzeit darf weder der Filmemacher noch seine Technik die Aufmerksamkeit auf sich ziehen; diese gehört alleine dem Brautpaar.

Neben HD Kamera und Schnittplatz gehören stabile Dreibeinstative zum Standard und können durch moderne Stabilisierungssysteme wie Slider etc. ergänzt werden. Der Ton wird über hochwertige Mikrofone eingefangen und von der Kamera und / oder einem externen Tonaufnahmegerät aufgezeichnet. Bei schlechten Lichtverhältnissen sollte auch dem Anlass angemessenes Licht zum Einsatz kommen.

Wie bekomme ich meinen Film?

Die Zeiten von einheitlichen Formaten sind vorbei – VHS Bänder sind aus Schränken, Vitrinen und Köpfen mehr oder weniger verschwunden. Selbst DVD spielt nur noch manchmal eine Rolle.

Professionelle Anbieter werden Ihren Film so ausliefern wie Sie es wünschen. Meine Kunden wollen meist ein Videofile im hochauflösenden Format (1920 x 1080) für den Mediaplayer, ein kleineres Bildformat für Smartphone und iPad sowie eine DVD für die Eltern, Bekannten und Verwandten. Auch Bluray ist eine Option für Kunden mit entsprechendem Player.

Ist es nicht billiger wenn ein Freund oder Verwandter filmt?

Doch, sehr wahrscheinlich ist das billiger.

Warum sollte der Film dennoch von einem Profi gemacht werden?

Mehrere Gründe spielen hier aus meiner Sicht eine Rolle:

Wenn es jemanden gibt, der unbedingt filmen will UND sein Können auch schon zuvor unter Beweis gestellt hat – warum sollte man ihn am Filmen hindern und zum Feiern zwingen (durchaus ernst gemeint)? Die Frage ist dann jedoch, ob dieser Filmer auch die Zeit hat, den Film in einer angemessenen Zeit fertig zu stellen. Guter Wille ersetzt leider nicht Zeit! Ich kenne zu viele Menschen, die permanent unter Zeitnot leiden – und die Postproduktion kostet sehr viel Zeit. Und Geduld!

Freunde oder Verwandte zu fragen halte ich für eine ganz schlechte Idee. Diese Personen sind zum Feiern da. Und wenn sie filmen wollten und könnten, wären sie ja oben schon erwähnt.

Das Filmen auf Hochzeiten verlangt vom Profi ständige Aufmerksamkeit und Bereitschaft. Der erfahrene Kameramann weiß meist schon vorher was als nächstes passiert – und das sieht man an den Aufnahmen. Akkus müssen geladen sein und nachgeladen werden und es braucht stets genug Platz auf dem Speichermedium. Es müssen permanent die besten Entscheidungen für Kamerastandort, Bildausschnitt, Blende und Schärfe getroffen werden und dabei darf der Ton nicht aus den Augen verloren werden. Oft muss man beinahe an zwei Orten gleichzeitig sein und, weil das nicht, geht die Entfernung schnell und möglichst unauffällig überwinden.

Es gibt also sehr viele Anforderungen an einen Kameramann auf einer Hochzeit. Durchhaltevermögen gehört dazu, Konzentration und Aufmerksamkeit haben kaum Pausen. Filmen und Feiern sind (zumindest auf derselben Hochzeit) schlicht nicht vereinbar – es geht nur das eine oder das andere. Und übrigens: von Bildgestaltung und -Qualität habe ich bis jetzt noch gar nicht gesprochen – nicht jeder der eine Kamera hat macht damit tolle Bilder.

Neben Können, Erfahrung und Konzentration geht es auch um Verantwortung und das Bewusstsein dafür. Eine Hochzeit ist etwas Besonderes! Es gibt den Tag genau einmal. Wiederholung ausgeschlossen. Deshalb kommt den Entscheidungen, dass überhaupt ein Film gemacht wird und dass ihn ein Profi macht eine sehr hohe Bedeutung zu.

Sind noch Fragen offen oder unzureichend beantwortet? Dann schreiben Sie mir einfach eine Nachricht. Ich freue mich darauf.

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