Kurzurlaub in Hamburg

Hafen, Reeperbahn, Hagenbeck. Neben diesen altbekannten Sehenswürdigkeiten hat Hamburg, das Tor zur Welt, heute noch weit mehr zu bieten. Rund um die Speicherstadt ist mit der Elbphilharmonie und der anliegenden Hafencity ein ganzer Stadtteil neu entstanden.Hamburg ist einfach und gut erreichbar. Der ICE bringt uns von München in knapp sechs Stunden in die Innenstadt. Gegen 14 Uhr kommen wir am Hauptbahnhof an. Es herrscht das scheinbar typische Wetter: kühl, windig, regnerisch. Aber egal, es gibt kein schlechtes Wetter. Zuerst bringen wir unser Gepäck ins Hotel. Das Novotel City Alster liegt nur zwei U-Bahnstationen entfernt (U1 und U3 Haltestelle Lübecker Straße) und ist damit ein gut geeigneter Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.

 

 

Hafen Hamburg

Wohin fährt man in Hamburg zuerst? Natürlich steht der Hafen ganz oben auf unserer Liste. Die U3 bringt uns direkt vom Hotel zu den Landungsbrücken.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
St. Pauli Landungsbrücken mit dem Hotel Hafen Hamburg (Hintergrund) im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Die Wettervorhersage ist für alle Tage unserer Reise mehr oder weniger diesselbe: bewölkt, Regenschauer, starker Wind mit Sturmböen, dazwischen sonnige Abschnitte. Egal, mit der richtigen Kleidung – warme Jacke, Schal und Mütze fühlen wir uns zu dieser Jahreszeit gut gerüstet. Nach Ankunft im Hafen gönnen wir uns erstmal eine Fischsemmel (oder Fischbrötchen wie es hier heißt) und eine Currywurst.

Von den Landungsbrücken nach Finkenwerder

Mit der Linie 62 fahren wir elbabwärts Richtung Finkenwerder. Praktisch: mit der Hamburg Card kann man neben Bussen, S- und U-Bahnen auch die Linienfähren im Hafen Hamburg nutzen.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 – auf der Elbe in Richtung Finkenwerder (Foto: Hanns Gröner)

Die Linienschiffe sind eine günstige Alternative zu den von verschiedenen Reedern angebotenen Hafenrundfahrten. Allerdings erfährt man auf diesen nicht, dass die Bananen grün und gerade in Hamburg anlanden und erst nach Ankunft gelb angemalt und gebogen werden. Kein Scherz, solche Geschichten erfährt man, wenn man den Hafen per Barkasse erkundet. Das ganze läuft dann unter Seemannsgarn – nicht immer ganz der Wahrheit entsprechende Geschichten, die Seeleute sich so erzählen.

Sicht und Wetter sind mäßig aber eine Fahrt mit dem Schiff macht dennoch Spaß, ist abwechslungsreich und bietet zum Einstieg immer einen guten Überblick über eine „neue“ Stadt.

Der Hafen

Der Hamburger Hafen ist der größte Hafen in Deutschland und – nach Rotterdam und Antwerpen – der drittgrößte in Europa. Weltweit rangiert er – gemessen am Containerumschlag – an 18. Stelle (hier findet Ihr eine Liste der größten Häfen der Welt).

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg Hafen im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Hier kommt also an, was wir in all den vielen Läden so alles kaufen können: Autos, Kleidung, Computer, Kaffee, Obst, Gemüse… Der Hafen ist riesig! Gelagert wurden (bzw. werden) die Güter, die nicht sofort weitertransportiert werden, in der Speicherstadt.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 – Speicherstadt (Foto: Hanns Gröner)

Im Hamburger Hafen werden nicht nur Waren umgeschlagen sondern auch Schiffe gebaut, gewartet und repariert. Direkt gegenüber den Landungsbrücken liegt die Werft Blohm & Voss mit ihren zahlreichen Schwimm- und Trockendocks.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 – Landungsbrücken im Vordergrund und die Werft Blohm & Voss im Hintergrund (Foto: Hanns Gröner)

Die Elbphilharmonie

Die „Elfi“ liegt unweit von Landungsbrücken und Blohm & Voss ein Stück elbaufwärts. Sicher, auch Ihr Auftritt ist Geschmackssache aber ich würde die Elbphilharmonie als echte Schönheit bezeichnen. Immerhin kombiniert sie ein altes Backsteingebäude mit einem modernen Glasbau mit seiner typischen, unverwechselbaren Silhouette.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 – Blick auf die Elbphilharmonie (Foto: Hanns Gröner)

Verteilt auf 26 Geschosse beherbergt die Elbphilharmonie neben 3 Konzertsälen ein Hotel, mehrere Restauranrants, Eigentumswohnungen und ein Parkhaus. Ein Herzstück ist die öffentlich und kostenlos zugängliche Plaza (Stand 2019). Diese befindet sich zwischen dem unteren Backstein- und dem oberen Glasteil und ist durch eine einzigartige gebogene Rolltreppe erreichbar. Hier kann man einmal das gesamte Gebäude umrunden und hat somit tolle Ausblicke auf verschiedene Teile Hamburgs, der Speicherstadt und Hamburg City.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Die gebogene Rolltreppe in der Elbphilharmonie – hier sieht man kein Ende (Foto: Hanns Gröner)

Die Elfie erreicht man schnell und bequem von den Landungsbrücken aus mit der Linie 72. Vom Landungssteg sind es wenige Schritte hinauf zum Haupteingang und dem Kassenbüro schräg gegenüber. Dort gibt es die (kostenlosen) Tickets. Bei größerem Andrang kann man Tickets für einen späteren Zeitpunkt lösen; diese kosten allerdings eine Gebühr von 2 Euro (Stand März 2019). Ein Besuch lohnt sich schon wegen des tollen Ausblicks auf jeden Fall!

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Blick auf die Plaza der Elbphilharmonie und den Hafen im Hintergrund (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Auf der Plaza der Elbphilharmonie (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Blick von der Plaza der Elbphilharmonie auf den Hafen (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 – die Elbphilharmonie (Foto: Hanns Gröner)

Nach unserer Besichtigung verlassen wir die Elfi und gehen ganz in der Nähe – im Ciao Mamma – zum Abendessen.

Tag 2 – zwischen Rathaus und Speicherstadt

Den zweiten Tag beginnen wir mit einem Spaziergang durch die Neustadt. Mit der U-Bahn fahren wir zum Jungfernstieg. Von hier sind es nur wenige Schritte zur Europapassage und von dort weiter zum Rathaus. Im Eingangsbereich kann man sich einen guten Überblick über die Stadtgeschichte verschaffen. Rund um Jungfernstieg, Rathaus und Mönckebergstraße gibt es jede Menge Läden und Geschäfte.

 

 

Vom Rathaus laufen laufen wir in Richtung Speicherstadt. Hier finden wir in einem der Speicher die „Markthalle“ – ein nettes „Fast-Food-Restaurant“ mit Speisen aus verschiedenen Ländern. Zur Mittagszeit trifft hier der Tourist auf die Belegschaft angrenzender Unternehmen.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Nach einer kleinen Stärkung laufen wir vorbei an der Elfi zu den Landungsbrücken. Unser Sohn hat das Scooter-Fahren für sich entdeckt und geht lieber seine eigenen Wege. Nicht weit vom Novotel gibt es eine Scooterhalle. Und da muss er unbedingt hin.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 – Fischmarkt (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Wir fahren wieder mit dem Linienschiff elbabwärts vorbei am Fischmarkt, dem Cruise Center Altona und dem Dockland zum Museumshafen Övelgönne. Hier gibt es ein paar nette Einkehrmöglichkeiten und sogar einen Sandstrand. Wir entscheiden uns für Kaffee und Kuchen im gemütlichen Hoppe’s. Für den Sandstrand ist es einfach nicht die richtige Jahreszeit.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)

In der Dämmerung machen wir uns auf den Rückweg per Schiff und U-Bahn in Richtung Hotel. Zu Abend essen wir im Ashoka (Budapester Straße 25, nahe Millerntorstadion, im Internet sehr empfohlen, angenehmes Lokal mit gutem Service und leckerem Essen).

Tag 3 – zwischen Sternschanze und Reeperbahn

Heute sehen wir uns die Stadt zunächst aus der U-Bahn in Richtung Eppendorf an. An der U-Bahnhaltestelle „Sternschanze“ steigen wir aus und laufen von hier durch die Schanzenstraße in Richtung Pferdemarkt und von dort weiter zur Großen Freiheit und Reeperbahn.

Das Schanzenviertel hat Charme. Das Viertel ist eher „alternativ“ und Ausgangspunkt vieler Demonstrationen. Mir gefallen die vielen originellen Läden und kleinen Lokale.

Hamburg Schanzenviertel (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg Schanzenviertel – im kumpir gibt es verschiedene Kartoffelspezialitäten (Foto: Hanns Gröner)

Mein Tipp: einfach Zeit nehmen und durch das Viertel schlendern und nach Lust und Laune die Läden besuchen. Solche Viertel findet man nicht überall! In einem Blog habe ich über ein Café gelesen, das ein absolutes „Muss“ sein soll. Als wir dort ankamen, haben Stil und Besitzer gewechselt. So verzichte ich lieber auf konkrete und am Ende eventuell eher kurzlebige Tipps. Hier findet jeder ganz sicher „seinen Platz“ (für ein Bierchen, einen Kaffee oder wonach man sonst so sucht).

Alter Elbtunnel

Nach einem langen Spaziergant fahren wir vom Bahnhof Reeperbahn mit der S-Bahn zu den Landungsbrücken. Der Eingang zum Tunnel befindet sich in einem einzelnen Gebäude mit Kuppel am westlichen Ende des langgezogenen Gebäudes der Landungsbrücken. Per Aufzug oder über die Treppe erreicht man die Straße durch den Tunnel in etwa 12 Meter Tiefe.  Der 1911 eröffnete Elbtunnel verbindet mit einer Länge von 426,50 Metern die beiden Elbufer von St. Pauli im Norden und Steinwerder im Süden. Den Tunnel kann man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Auto durchqueren. Auf der anderen Seite angekommen, hat man eine schöne Aussicht auf Landungsbrücken, Elbphilharmonie und die Stadt.

Hamburg - Alter Elbtunnel (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg – Alter Elbtunnel (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg - Alter Elbtunnel (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg – Alter Elbtunnel (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg - Blick von Steinwerder (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg – Blick von Steinwerder auf die Stadt (Foto: Hanns Gröner)

Zu Abend essen wir wieder im Hoppe’s. Der Ort und das Lokal haben es uns offenbar angetan. Am nächsten Tag fahren wir um die Mittagszeit zurück nach München. Vor der Abfahrt haben wir noch ein paar Stunden Zeit – diese nutze ich um mir im Apple Shop eine Bluetooth-Tastatur für mein iPad – sehr hilfreich zum Schreiben beispielsweise von Blogbeiträgen unterwegs.

Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Hamburg im März 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Ich bedanke mich bei meiner Familie für dieses tolle Geschenk zu meinem runden Geburtstag. Der Ausflug hat mir sehr viele Freude gemacht und bleibt bei jedem von uns eine wertvolle Erinnerung.

Tipps

Hamburg Card

Ab 10,50 Euro verspricht Hamburg Tourismus freie Fahrt mit Bus, Bahn und Hafenfähren im Bereich Hamburg AB (damit kann man bis nach Wedel im Westen oder den Flughafen Fuhlsbüttel im Norden fahren). Neben Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bietet die Karte Rabatte bei einigen Dienstleistern (Museen etc.). Die Hamburg Card ist nicht zu verwechseln mit dem „Turbopass Hamburg“ (Hamburg City Pass). Dieser kostet ab 44,90 Euro pro Person und ist nicht nur Fahrkarte sondern bietet freie Eintritte in zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Neben diesen Karten gibt es verschiedene Tages- und Gruppenkarten wie z. B. die 9-Uhr-Gruppenkarte für 12,20 Euro. Es empfiehlt sich also durchaus zu überlegen, was man in Hamburg alles besichtigen möchte und entsprechend zu kalkulieren, ob sich eine der Ermäßigungskarten rentiert.

Novotel Hamburg City Alster

Das Hotel liegt direkt an der U-Bahnstation Lübecker Straße. Der Eingang zur U1 befindet sich nur wenige Meter vom Eingang des Hotels entfernt. Die U3 erreicht man über den selben Zugang, allerdings haben die Linien U1 und U3 unterschiedliche Bahnsteige und der – über den Zugang zur U1 ebenfalls erreichbare – Zugang zur U3 ist etwas weiter entfernt.

Das Hotel bietet für Familien angenehme und sehr saubere Vierbettzimmer zu fairen Preisen. Im 5. Stock gibt es ein kleines aber feines „Fitnessstudio“ mit Sauna und Wellnessbereich. Das Frühstück gibt es am Büffet bis 10:30 Uhr.

Hotel buchen – direkt oder über einen Veranstalter?

Da die Reise eine Überraschung für mich sein sollte, hat meine Familie über ein Reisebüro und einen Veranstalter gebucht. Kurz vor Abfahrt hatten wir die Situation, dass wir aus gesundheitlichen Gründen die Reise gerne verschoben hätten. Das Hotel wäre auf diesen Wunsch nach telefonischer Rücksprache eingegangen und hätte uns die Kosten zurückerstattet (oder einen Gutschein für eine spätere Reise ausgestellt) – allerdings unter der Voraussetzung, dass der Reiseveranstalter als gemeinsamer Vertragspartner das Hotel kontaktiert. Dieser (mit Sitz in Düsseldorf, Namen möchte ich nicht nennen) weigerte sich allerdings und reagierte stattdessen lieber belehrend mit dem Hinweis, man könne für solche Fälle eine Reiserücktrittskostenversicherung abschließen. Das stimmt, erscheint aber wenig kundenfreundlich. Vor allem nicht in einer Zeit, in der Hotelleistungen über verschiedene Onlineportale auch kurzfristig kostenlos storniert werden können. Daher würde ich dazu raten, bei Veranstaltern nur zu buchen, wenn die Konditionen tatsächlich interssanter sind als bei einer Direktbuchung oder über eines der bekannten Portale.

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