Wo Venedig noch Venedig ist – Sant’Elena und Dorsoduro

Vendig ist zu voll! Das höre ich oft. Und es stimmt auch. Aber: es muss nicht so sein, denn es gibt Alternativen für den, der Venedig auf eine sehr schöne und vor allem ruhige Art erleben möchte! Zum Beispiel mit dem hier beschriebenen Abendausflug. Die Campingplätze zwischen Jesolo, Cavallino und Punta di Sabbioni sind ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Abendausflug nach Venedig. Auch in den Pfingstferien! Je nach Entfernung erreicht man den Ableger in Punta Sabbioni bequem mit dem Linienbus, dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto.

Ich verlasse kurz vor 16:30 Uhr den Campingplatz (Union Lido) und fahre nach Punta Sabbioni. Kurz vor fünf parke ich mein Auto auf einem privaten Parkplatz gegenüber dem Schiffableger. Das Nachmittagsticket kostet auch 2019 noch 5 Euro. An der Hafenkasse kaufe ich mir ein 24-Stundenticket (auch hier sind die Preise noch stabil – Preis 2019: 20 Euro) und fahre mit dem nächsten Schiff Richtung San Marco. Das Schiff – eines der etwas kleineren Modelle – ist recht voll und etwas eng. So entscheide ich mich spontan am Lido auszusteigen um mich ein wenig zu akklimatisieren.

Venedig Lido

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Lido Santa Maria Elisabetta S.M.E. (Foto: Hanns Gröner)

Schräg gegenüber des Hafens rechts am Anfang der Einkaufsstraße mit dem wohlklingenden Namen Granviale Santa Maria Elisabetta gibt es eine neue, recht stylische Bar: blue drop venice. Helles Ambiente, offene Fenster – entspannte Stimmung. Ich will bald weiter, daher belasse ich es für heute bei einem Cappuccino.

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – die blue drop venice Bar am Lido (Foto: Hanns Gröner)

Sant‘ Elena

Von der Stadion Lido S.M.E. (S.M.E. steht für Santa Maria Elisabetta) fahren die Schiffe in kurzen Abständen hinüber nach Venedig. Bis zum Anleger San Marco sind es gut 20 Minuten. Ich fahre allerdings nur etwa fünf Minuten bis zum nächsten Halt – Sant’Elena, einer kleinen Insel am westlichen Ende von Venedig. Hier kann man ebenfalls entspannt ankommen, in einem schönen Park spazieren gehen und den Blick zurück auf den Lido oder Entlang der Serenissima genießen.

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Sant’Elena (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Blick Entlang der Serenissima mit Markuskirche in der Bildmitte (Foto: Hanns Gröner)

Von Sant’Elena geht man gemütlich durch den Park oder am Wasser entlang in Richtung San Marco. Über eine kleine Brücke erreicht man die Gärten der Biennale (Giardini della Biennale). Hier findet alle zwei Jahre die Kunstausstellung Biennale di Venzia statt.

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Blick auf Sant’Elena (ganz links) und den Lido im Hintergrund (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Pavillion am Rande der Biennale (Foto: Hanns Gröner)

Dorsoduro

Ein Name, für kaum einen ein Begriff. Dorsoduro heißt der Stadtteil von Venedig zwischen San Marco und Giudecca. Das bekannteste Bauwerk hier ist auch eines der meist fotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt: die Kirche Santa Maria della Salute.

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Gondeln vor Santa Maria della Salute (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Ich fahre mit der Linie 1 ab Giardini / Biennale vorbei an San Marco bis zum Anleger Salute. Die Spitze der kleinen Insel trennt die breite Wasserstraße in die Kanäle Giudecca und Canal Grande. Inzwischen ist es halb sieben Uhr. Während tagsüber auch hier Gedränge herrscht, trifft man um diese Zeit nur noch wenige Menschen. Es ist abendlich ruhig und gemütlich. Und so langsam auch Zeit zum Abendessen.

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – in Dorsoduro nahe der Salute-Kirche (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – im Hintergrund die Salute-Kirche (Foto: Hanns Gröner)

Ich laufe rechts an der Salutekirche entlang durch kleine Gassen und über kleine Brücken in Richtung Giudecca. Ich bin mir immer noch sicher, das schöne gemütliche Restaurant vom letzten Jahr ohne Probleme zu finden. Doch bald sieht alles ganz anders aus und ich muss überlegen ob ich umkehren und eine Gasse weiter vorne das gute bekannte Lokal suchen soll oder lieber etwas neues entdecke. Ich entscheide mich für Letzteres und gehe weiter. Wenige Meter weiter stoße ich auf einen kleinen ruhigen Kanal, der mich eher an Murano – eine Nachbarinsel Venedigs – erinner als an Venedig selbst.

Direkt am Kanal entdecke ich das Restaurant Messner. Für italienische Verhältnisse ist es noch recht früh, so verwundert es nicht, dass die wenigen Tische entlang des Kanals noch leer sind. Auf der Karte stehen „Spaghetti al Nero di Seppia“. Hier bin ich also richtig. Denn das Gericht ist neben dem allgemeinen Ambiente das Hauptkriterium mich niederzulassen. Wein und Spaghetti schmecken hervorragend. Nur zu empfehlen! Für die Bedienung sollte man allerdings etwas Zeit mitbringen.

Hier die Karte zum nachvollziehen und „nachwandern“. Achtung: über Google Maps ist es nicht so einfach, alle Stationen exakt zu erfassen. Nutzt hier einfach vor Ort den Schiffsplan und entscheidet selbst, wie viel der Strecke Ihr laufen oder mit dem Vaporetto fahren wollt.

San Marco

Bisher bin ich – abgesehen von der Schifffahrt – nur wenigen Menschen begegnet. Und das in Venedig. Sehr angenehm. Doch ganz ohne San Marco geht es natürlich auch nicht. So mache ich mich gegen 20 Uhr auf den Weg. Ich laufe weiter in Richtung Giudecca Kanal und dann an diesem entlang vorbei an verschiedenen Lokalen unterschiedlicher Qualität in Richtung dem Anleger Zattere.

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Chiesa di Santa Maria del Rosario bei Zattere (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Blick vom Schiff auf das Fondamente Sant Eufemia auf Giudecca (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Blick von Zattere auf Giudecca (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – die untergehende Sonne über dem Hafen von Venedig(Foto: Hanns Gröner)

Vom Anleger Zattere nehme ich die Linie 2 nach San Marco / San Zaccaria. Inzwischen ist es viertel vor neun und Venedig erlebt einen seiner schönen Sonnenuntergänge. Zwischen dem Anleger San Zaccaria und dem Markusplatz ist auch um diese Zeit noch eine Menge los. Die Hitze hat sich aber gelegt und so kann man bei angenehmer Wärme diesen einzigartigen Platz in schönstem Abendlicht genießen. Entlang der Riva degli Schiavoni laufe ich vorbei am Viktor-Emanuel-Denkmal, der Seufzerbrücke und dem Dogenpalast bis ich schließlich das Herz Venedigs erreiche: den Markusplatz mit seiner unbeschreiblichen Stimmung und dem wunderschönen Dom San Marco.

Rückfahrt zum Lido und weiter nach Punta Sabbioni

Gegen 21:30 fahre ich von San Zaccaria mit dem Schiff hinüber zum Lido. Dort kann man den Abend gemütlich bei einem Eis, Kaffee oder Glas Wein ausklingen lassen. Nur die Abfahrt der Linie 14 nach Punta Sabbioni sollte man genau im Auge behalten: das Schiff fährt um diese Zeit nämglich nur noch einmal pro Stunde! Gegen 22:30 komme ich in Punta Sabbioni an und habe einen wunderbaren – sehr ruhigen – Nachmittag in der doch immer ach so vollen Stadt Venedig genossen. Für Ruhe und Entspannung Suchende zur Nachahmung empfohlen.

Venedig 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Venedig 2019 – Stimmung am späten Abend mit Glockenturm von San Marko links im Bild (Foto: Hanns Gröner)

Fazit:

Wer die Orte Punta Sabbioni, Lido di Venezia S.M.E., Sant’Elena, Giardini / Biennale, Santa Maria della Salute und Zattere zu Fuß und per Vaporetto geschickt mit einander verbindet, kann Venedig auf eine sehr angenehme und ruhige Art und Weise erleben. Den Trubel rund um San Marco lassen andere über sich ergehen, während man selbst in einem der vielen leckeren Restaurants rund um den Giudecca Kanal eine Spezialität der venezianischen Küche bei einem Viertel Weißwein genießt.

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