Ostern 2019 – über Linz nach Ungarn

Über die Osterfeiertage steht ein um weitere zwei Urlaubstage verlängertes Wochenende an. Von Donnerstag bis Dienstag wollen wir nach Ungarn fahren. Da unser „Wohni“ seit Monaten im gefühlt ewigen Schnee vor sich hin frieren musste, war mein Wunsch, wenigstens einen Teil der Strecke mit dem Wohnwagen zu fahren um darin unterwegs eine Zwischenübernachtung einplanen zu können.


Zwischen München und Linz

Donnerstag Mittag fahren wir los. Ziemlich spät, wie sich herausstellt, denn auf der Autobahn kommt es immer wieder zu Staus. Unser Ziel ist der Neusiedler See. Dieser – zwischen Wien und der Grenze gut gelegen – scheint uns ein geeignetes Ziel zu sein. Zumal wir letztes Jahr auch von dort nach Ungarn gefahren sind. Gekommen ist es allerdings ganz anders…

Raststätte bei Grabenstätt (Foto: Hanns Gröner)
Raststätte bei Grabenstätt (Foto: Hanns Gröner)

Kurz nach dem Chiemsee machen wir eine kleine Pause. Direkt an der Ausfahrt Grabenstätt gibt es ein Tankstelle und einen McDonald’s. Mit dem Gespann kann man auf dem großen Parkplatz des gegenüberliegenden Fossil-Shops parken (am besten fragen oder dort einkaufen;-).


Linz

Über Salzburg fahren wir weiter nach Linz. Inzwischen ist es schon nach 17 Uhr und wir überlegen, ob es weiter sinnvoll ist, bis nach Neusiedl zu fahren. Bis dorthin sind weitere Staus angesagt und wir würden wohl erst nach Anbruch der Dunkelheit ankommen. Das haben wir nicht in allzu guter Erinnerung – schöner ist es, den Camping Platz noch bei Tageslicht zu erreichen und erkunden zu können. So entscheiden wir während eines Tankstopps in Linz (Jet Tankstelle bei der Ausfahrt Ansfelden) uns in der Nähe einen Camping Platz zu suchen. Per Google ist das natürlich kein Problem – und mit dem Camping-Linz am Pichlinger See haben wir einen nah und zentral gelegenen Platz gefunden.

 

Der Platz ist sowohl über die Anschlussstellen Ansfelden sowie Asten / St. Florian gut erreichbar. Sehr freundliche Eigentümer und neues, sehr sauberes Waschhaus. Gegenüber gibt es einen schönen Badesee mit Parkplatz (nach 20 Uhr ist die Zufahrt geschlossen).

Am nächsten Morgen fahren wir weiter über Asten und Melk nach Kiskörös. Den Wohnwagen lassen wir auf dem Campingplatz stehen, weil wir im weiteren Verlauf der Reise bei Verwandten und im Stadtzentrum von Budapest übernachten werden. Fünf Euro pro Tag (getrennt vom Stromnetz) sind ein fairer Preis.

Wir frühstücken ein paar Kilometer vom Camping Platz entfernt im Café Penn in Asten. Hier gibt es ein nettes Café direkt an der Straße. Wer Cappucino mit Milchschaum möchte, sollte dies dazu sagen – in Österreich könnte sonst Schlagobers (Sahne) serviert werden. Das Café hat eine gemütliche Terrasse und eine kleine Bücherbörse zum Tausch von Büchern (meine Frau hat dort ein lange gesuchtes Buch gefunden).


Stift Melk

Nach dem Frühstück fahren wir weiter über die A1 in Richtung Wien. Auch heute sind zahlreiche Staus vorhergesagt. So entscheide ich kurz vor Melk von der Autobahn abzufahren und ein Stück in Richtung St. Pölten über die Landstraße zu fahren.

Stift Melk im April 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Stift Melk im April 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Auf der Durchfahrtstraße hat man einen tollen Blick auf das auch von der Autobahn gut sichtbare Stift Melk. Kurz danach gibt es eine Abzweigung zur Stiftskirche mit großem Parkplatz. Die Kinder sind von Entertainment dieser Art nicht unbedingt begeistert aber ein Besuch dieses Klosters – immerhin ein Weltkulturerbe – ist quasi ein Muss.

Wer Hunger oder Lust zum Verweilen hat, dem kann ich eine Pause im Lokal zwischen Kloster und Parkplatz empfehlen. Lecker: das Gulasch mit Serviettenknödel.

Restaurant-Terrasse im Stift Melk im April 2019 (Foto: Hanns Gröner)
Restaurant-Terrasse im Stift Melk im April 2019 (Foto: Hanns Gröner)

Ein Blick auf die (Land-)Karte bzw. ins Navi verrät, dass wir erst einen kleinen Teil der Strecke und noch einige Kilometer und Staus vor uns haben. Und natürlich das Designer Outlet bei Parndorf. Dieses erreichen wir am Nachmittag und nehmen uns Zeit für eine kleine Shopping-Tour. Hier habe ich schon oft schöne Schuhe, Jacken oder Hemden zu im Vergleich mit den Ladenangeboten deutlich günstigeren Preisen gefunden. Das Outlet erfreut sich anscheinend großer Beliebtheit. Jahr für Jahr kommen um das ursprüngliche Shoppingdorf neue Läden und sogar eine eigene Autobahnausfahrt hinzu.


Ungarn

Ein paar Kilometer weiter fahren wir bei Nickelsdorf / Hegyeshalom über die Grenze. Die alten Grenzanlagen sind noch erhalten. Vor den Vignetten-Verkaufsstellen bilden sich kleinere Schlangen. Es ist ratsam für den Kauf der Vignette das nötige Kleingeld in Forint dabei zu haben, denn nicht überall wird die EC- oder Kreditkarte akzeptiert. Wer sich den Trubel an der Grenze ersparen möchte, kann die Vignette für Ungarn auch beim ÖAMTC an der letzten Tankstelle vor der Grenze kaufen.Wichtig: man muss beim Kauf das Kennzeichen angeben! Also, wenn man es nicht auswendig weiß oder ein Mitfahrender so freundlich ist, das Ungarnpickerl (das in Wirklichkeit nur ein Kassenzettel ist) zu besorgen, lieber notieren. Sonst droht ein zweites Mal Schlangestehen…


Kiskörös

Ostern in Kiskörös (Foto: Hanns Gröner)
Ostern in Kiskörös (Foto: Hanns Gröner)

Am späteren Abend erreichen wir Kiskörös, eine kleine Stadt imSüden Ungarns. Die Stadt ist über die Autobahn M6 und ab Dunajvaros über das kurze Teilstück der M8 sowie der dann folgenden Landstraßen 51 und 53 gut zu erreichen. Hier gibt es auch einen – um diese Zeit sehr gut besuchten – Campingplatz mit direktem Zugang zum Thermalbad.

Im Ortszentrum gibt es nette Läden, sehr gute Konditoreien und natürlich ist Petöfi, ungarischer Dichter und Nationalheld der Revolution 1948 allgegenwärtig.


Budapest

Am Nachmittag des Ostersonntag fahren wir über Solt und Dunajvaros nach Budapest. Hier haben wir uns über Booking.com ein Appartment für eine Nacht gebucht. Tipp: die Buchung einer Verlängerungsnacht vor Ort war um ca. 20 Euro günstiger als die Buchung über Booking.com.

Budapest lässt sich bequem mit einem 24h-Familienticket (ca. 12 Euro) erkunden. Die meisten Sehenswürdigkeiten und interessanten Stadtteile sind mit U- oder Straßenbahn gut erreichbar. Das Ticket kann man bequem am Automaten (gute Menüführung in mehreren Sprachen) lösen und bar oder mit Karte bezahlen.

Budapest an Ostern 2019 - Parlament (Foto: Hanns Gröner)
Budapest an Ostern 2019 – Parlament (Foto: Hanns Gröner)

Stadtbesichtigungen mit pubertierenden „Kindern“ haben ihre eigenen Gesetze. Zum Glück waren wir schon so oft in Budapest, dass wir nicht das Gefühl haben, etwas zu verpassen, wenn wir die Wünsche der Jugendlichen in den Vordergrund stellen.

Unser Sohn hat die Scooter-Leidenschaft für sich entdeckt und so ist der „Roller“ sein – und damit auch unser – ständiger Begleiter. Gute Scooter-Bahnen gibt es zentral am Deák Tér sowie unter der Petöfi Brücke.

Scooter-Park im Zentrum von Budapest (Foto: Hanns Gröner)
Scooter-Park im Zentrum von Budapest (Foto: Hanns Gröner)

Für ein paar der wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichten Zeit und Muße der Kinder dann doch noch: Heldenplatz, Parlament, die Innenstadt rund um den Deak Platz sind praktisch ein Muss.

Mein Zeil und Wunsch für diese Reise war es, die „most scenic tram ride“ im Video festzuhalten. Dazu bin ich mit der Tram Nr. 2 von der Endhaltestelle nahe der Margareten-Brücke im Norden bis zur Rákóczi-Brücke (früher Lágymányos-Brücke) im Süden der Stadt (und zurück) gefahren.

Auf dieser – im Film auf 4,5 Minuten gekürzten – zwanzigminütigen Trambahnfahrt kann man einen Großteil der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Budapests genießen: zu sehen sind unter anderem: Kettenbrücke, Parlament, Burg, Schloss, Gellertberg, Gellerthotel, Freiheitsstatue, Zitadelle, Freiheitsbrücke, Donau, Fischerbastei, Matthiaskirche und viele mehr. Das ist mein ganz persönlicher Tipp für Eure Budapestreise!

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