Reisen mit dem Wohnmobil | Logbuch 2020

Nach vier schönen Sommern mit dem Wohnwagen haben wir uns nun entschlossen auf ein Wohnmobil umzusteigen. Was wir damit so alles erleben, erzählen wir in diesem Beitrag. Lassen wir uns überraschen. Pläne gibt es keine. Dafür aber eine Menge Ideen für Reiseziele zwischen Peloponnes und Stockholm, Lissabon, Szeged und Tallinn.

Corona bedingt und weil wir beide noch voll im Berufsalltag stecken werden wir uns erst einmal auf Ziele in der näheren Umgebung fokussieren. Aber eines nach dem anderen.

Am 9. Oktober fahre ich mit dem Zug nach Kolbermoor und nehme unseren Neuen – einen Carado T447 – in Empfang und freue mich riesig …

Herbst 2020

Donaudurchbruch

So ein Camper braucht natürlich Auslauf. Oder seine Besitzer. Egal. Am nächsten Morgen soll es losgehen. Wenigstens für eine Nacht das neue mobile zu Hause mal testen. Zahbürste und ein paar Klamotten für den nächsten Tag sind schnell gepackt und bei strömendem Regen fahren wir los in Richtung Regensburg.

Kurz nach der Abzweigung von der A9 auf die A93 entschließen wir uns für einen Besuch des Kloster Weltenburg. Von der Autobahn geht es über die Landstraße vorbei an Abensberg und schönen Sonnenblumenfeldern nach Weltenburg. Ein paar wenige hundert Meter entfernt vom Kloster finden wir einen bequem anzufahrenden Parkplatz. Es ist kühl, windig und regnet inzwischen immer noch leicht. Ideal wenn man sich eine Sehenswürdigkeit nicht mit Unmengen von Menschen teilen will.

In der Klosterschenke essen wir zu Mittag und entschließen uns für eine Schifffahrt durch den Donaudurchbruch nach Kehlheim. Eine gute Wahl. Zum Anleger sind es ein paar hundert Meter. Für die Fahrt flussabwärts braucht das Schiff gut 20 Minuten bis zum Anleger in Kehlheim – für den Rückweg die doppelte Zeit. Auf dem Weg erfahren wir über Lautsprecher Wissenswertes über diese faszinierende und spektakuläre Umgebung und ihre Besonderheiten.

Über Kelheim und der Donau thront die Mitte des 19. Jahrhunderts von König Ludwig I. in Auftrag gegebene und schon von weitem sichtbare Befreiungshalle. Einen Aufstieg verschieben wir auf den nächsten Besuch. Das Wetter ist zu wechselhaft und wir wollen Regensburg noch bei Tageslicht erreichen. So entscheiden wir uns für die Rückfahrt und Kaffee und Kuchen in der Klosterschenke.

Nicht nur das Bier aus der der ältesten Klosterbrauerei der Welt ist den einen oder anderen Besucht wert – auch Kaffee und Kuchen (insbesondere der Apfelstrudel mit Vanielleeis) sind jeden Abstecher in das Kloster wert!

Regensburg

Von Weltenburg fahren wir über die Landstraße vorbei an Kelheim eine knappe Dreiviertelstunde bis Regensburg. Wir recherchieren vorab wo man mit dem Camper gut parken kann und entscheiden uns für den Dultplatz.

Regensburg 2020 (Foto: Hanns Gröner)
Regensburg 2020 – Dultplatz (Foto: Hanns Gröner)

Der Dultplatz ist groß, gut zu erreichen und es gibt jede Menge Parkplätze. Offiziell ist die Zufahrt laut Schild für Camper gesperrt aber offenbar wird das Parken tagsüber von der Stadt geduldet. Neben Bussen, LKW und Wohnmobilen steht sogar der ein oder andere Wohnwagen auf dem Platz.

Entlang der Donau, vorbei an schönen alten Häusern und durch parkähnliche Anlagen auf der oberen Wöhrd laufen wir zu Fuß in einer knappen Viertelstunde zur Steinernen Brücke. Sie gilt als älteste noch erhaltene Brücke Deutschlands und als Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst.

Als wir die Altstadt erreichen, beginnt es schon langsam zu dämmern und viele Geschäfte haben bereits geschlossen. Aber ein kleiner Altstadtbummel bis zum Dom ist noch drin.

Von früheren Besuchen weiß ich: Regensburg ist eine wunderschöne Stadt. Heute haben wir weder Zeit noch das richtige Wetter sie näher kennen zu lernen. Ein Anlass also bald wieder zu kommen. Wir laufen zurück zum Wohnmobil und fahren eine gute halbe Stunde zu unserem Campingplatz „Internationaler Campingplatz Naabtal-Pielenhofen“ im Nordosten der Stadt direkt an der Naab.

Walhalla

Am nächsten Morgen frühstücken wir gemütlich im Camper und entleeren die Frisch- und Abwassertanks an der bequem anfahrbaren Einrichtung des Campingplatzes. Es ist relativ kalt mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Da sollten Behälter und Leitungen möglichst trocken sein um nicht zu gefrieren.

Vom Campingplatz Pielenhofen fahren wir eine gute halbe Stunde zur Walhalla bei Donaustauf. Es ist bedeckt und kühl. So hat es nur wenige Besucher und es ist kein Problem einen Parkplatz zu finden. Das Foto zeigt den Busparkplatz kurz vor der Abfahrt – als wir ankamen, standen hier noch keine Wohnmobile.

Vom Parkplatz führt ein bequemer Fußweg durch den Wald hinauf zur Rückseite der Walhalla. Die Ausstellung mit Marmorbüsten und Gedenktafeln hat geöffnet, auf Grund von Coronabeschränkungen gibt es allerdings eine Warteschlange. Wir verzichten auf das Indoorerlebnis und genießen stattdesssen die Aussicht auf die Umgebung.

Straubing

Wir fahren weiter eine gute Dreiviertelstunde nach Straubing zum Mittagessen. Auf dem großen Volksfestplatz kann man gut und sehr zentral parken. In wenigen Minuten ist man im Zentrum am Theresienplatz. Straubing habe ich als eine schöne Stadt mit einer bis in die Steinzeit zurückreichender Geschichte in Erinnerung, die immer wieder einen Besuch wert ist.

Wie findet man ein gutes Lokal in einer „fremden“ Stadt. Wo mir ein eigener Gedanke fehlt, orientiere ich mich immer wieder gerne an den Empfehlungen auf Tripadvisor. Und in Straubing landen wir einen echten Volltreffer. Auf Platz eines der App finden wir das mit viel liebe zum Detail gestaltete Lokal „zum Geiss“ am westlichen Ende des Theresienplatzes. Dort essen wir hervorragend Ente und zum Kaffee leckeren Kaiserschmarrn.

Zahlen, Fakten, Infos

Parken am Kloster Weltenburg: € 3,50

Schifffahrt Kloster Weltenburg – Kehlheim und zurück: € 12,50 pro Person

Parken Regensburg: kostenlos (Achtung: offiziell ist der Parkplat für Wohnmobile gesperrt)

Campingplatz Pielenhofen 1 Nacht mit Camper und 2 Personen inkl. Strom: € 27,25

Streckenlänge ca. 300 km – Fahrzeit ca. 5,5 Stunden


Vinschgau

Über Garmisch, Fernpass, Imst und den Reschenpass fahre ich für einen Kurzurlaub nach Latsch im Vinschgau. Dort finde ich einen schönen und gut gelegenen Campingplatz sowie zahlreiche Wander- und Fahrradtouren verbunden mit viel zu wenig Zeit, um das große Angebot auch nur annähernd kennen lernen und nutzen zu können.

Der Vinschger Radweg sucht seinesgleichen. Auf einer Strecke von über 60 Kilometern verbindet er Mals unterhalb von Reschen mit Meran. Der asphaltierte Weg ist bestens zu fahren und ein schönes Erlebnis im Herbst. Ich fahre die Abschnitte von Latsch nach Meran und von Schlanders nach Latsch. Die Strecke von Meran nach Schlanders fahre ich mit der Vinschger Bahn. Die Nutzung ist in der Gästekarte enthalten – nur für das Fahrrad muss man 7 Euro bezahlen.

Zahlen, Fakten, Infos

Entfernung von München: 260 km

Fahrzeit: ca. 4 Stunden

Campingplatz Latsch: € 58,00 (1 Person, 2 Nächte)


Bodensee

Von München fahren wir über die A96 über Memmingen in Richtung Lindau mit Ziel Hagnau am Bodensee. Dort wollen wir auf dem Campingplatz eine Nacht verbringen und die Umgebung erkunden.

Gegen halb eins erreichen wir die große Kreisstadt Leutkirch im Allgäu. An der Anschlussstelle Leutkirch-Süd fahren wir von der Autobahn ab und finden ein für Wohnmobile angenehm anzufahrendes Lokal (Rössle Haselburg) südlich von Leutkirch direkt an der Bundesstraße nach Isny. Hier essen wir zu Mittag.

Der Gasthof liegt etwa fünft Kilometer südlich der Stadt. Zum Kaffeetrinken und Spatzierengehen fahren wir in Richtung Zentrum. Parken ist dort am Samstag auch mit dem Wohnmobil kein Problem. Die Geschäfte haben auch in der Innenstadt ab Mittag geschlossen. Dennoch oder gerade deshalb ist die Stadt mit ihren mittelalterlichen Gebäuden, Fachwerkhäusern und Brunnen einen Besuch wert.

Aus unserer letzten Reise haben wir gelernt. Wir wollen unser Nachtquartier nicht erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen. Das wirkt auf uns einfach unfreundlich und kalt. So machen wir uns ohne weitere Zwischestopps (etwa in Lindau oder Friedrichshafen) auf den Weg zum Campingplatz Alpenblick wenige hundert Meter östlich von Hagnau. Inzwischen haben sich Wolken und Nebel verzogen und wir genießen einen schönen Herbstnachmittag.

Vom Campingplatz führt ein schmaler Weg am See entlang nach Hagnau am Bodensee. Der kleine, angenehme und schöne Ort zählt etwas mehr als 1.000 Einwohner und bietet neben einem Schiffsanleger nette Lokale, kleine Läden und schöne Seezugänge.

Am nächsten Tag besuchen wir die Pfahlbauten in Unteruhldingen. Der Ort liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Hagnau. Parkmöglichkeiten finden wir nach Verlassen der Bundesstraße gleich am Ortseingang. Achtung: das Parken von Wohnmobilen ist auf dem großen Parkplatz nahe dem Zentrum nicht erlaubt!

Für Camper gibt es einen ausgeschilderten Parkplatz einige hundert Meter außerhalb des Zentrums. Leider haben wir das Hinweisschild übersehen und zahlen auf dem zentrumsnäheren Parkplatz € 10 Strafe (zusätzlich zur Parkgebühr). Von dort laufen wir etwa 10 Minuten Richtung See und dem Eingang zum Museum. Die Pfahlbauten zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. Verbindungswege, Häuser und deren Innenleben sind bis ins kleinste Detail mühevoll restauriert und bieten einen Einblick in das Leben der Stein- und Bronzezeit.

Das wenig freundliche Wetter lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein. So entscheiden wir uns zur Weiterfahrt nach Friedrichshafen. Auf dem Rückweg zum Parkplatz finden wir den Fischimbiss gegenüber der Uhldinger Fischtheke. Sehr lecker: Gebratener Saibling mit Nudeln und Krebssauce (€ 9,80).

Nach einer kleinen Stärkung fahren wir weiter nach Friedrichshafen. Hier parken wir nahe dem Hafen, schlendern entlang der Uferpromenade ins Zentrum und genießen die Herbstsonne rund um den Aussichtsturm.

Bodensee Oktober 2020 - Café Aika in Friedrichshafen (Foto: Hanns Gröner)
Bodensee Oktober 2020 – Café Aika in Friedrichshafen (Foto: Hanns Gröner)

Einen Besuch des Zeppelinmuseums und eine Fahrt mit der Fähre hinüber in die Schweiz heben wir uns für unseren nächsten Besuch auf. Leckern Kaffee und Kuchen finden wir direkt im Hafen im Café Aika. Über Lindenberg, Isny und Kempten fahren wir zurück nach München. Kurz vor dem erwarteten Lockdown herrscht auf den Straßen rund um München besonders viel Verkehr. Egal, gehen wir es einfach ruhig an.

Zahlen, Fakten, Infos

Entfernung von München: 215 km

Fahrzeit: ca. 2,5 Stunden

Campingplatz Alpenblick Hagnau: € 31,20

Eintritt Pfahlbauten: € 10,00 pro Person


Pfaffenwinkel

Die Gegend liegt zwischen Lech und Loisach, Landsberg, Füssen und Ettal und ist eine der schönsten Bayerns. Neuschwanstein und die Wieskirche sind sicher die bekanntesten Attraktionen aber auch darüber hinaus hat diese Region vieles zu bieten.

Auf dem Weg nach Hohenschwangau im November 2020 (Foto: Hanns Gröner)
Auf dem Weg nach Hohenschwangau im November 2020 (Foto: Hanns Gröner)

Von Landsberg am Lech fahre ich begleitet von einem fantastischen Alpenpanorama Richtung Schongau und Füssen. Kurz vor Schongau geht es plötzlich ein Stück bergab und das Panorama breitet sich so richtig vor mir aus. Kurz nach dem Hinweisschild „Pfaffenwinkel“ kann man bei einem Funksendemastsen rechts abfahren und den Blick genießen.

Einige der Hauptattraktionen dieser Gegend sind die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie Füssen, Oberammergau, Wieskirche und Kloster Ettal.

Fortsetzung folgt…

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